Wer mag sie nicht, die bunten Schmetterlinge, die um die Beete flattern? Jeder freut sich, wenn er einen Pfauenauge oder einen Zitronenfalter sieht. Aber deren Kinder will leider keiner haben. Viele Gärtner ärgern sich über die schlimmen Fraßspuren, die die Raupen alljährlich in unseren Gärten anrichten. Zier- und Nutzpflanzen werden schamlos aufgefressen und oft bleibt es nicht bei Fraßspuren, sondern manchmal stirbt die ganze Pflanze aufgrund von den Raupen. Der Ärger ist verständlich. Dennoch sind die Raupen ein wichtiger Teil im Kreislauf der Natur. Sie dienen vielen Vögeln als Futter. Und solange ihre Anzahl nicht überhand nimmt, braucht man den Raupen wirklich nicht den Kampf anzusagen. Es ist gar nicht so leicht, die Raupen zu entdecken. Sie sitzen bevorzugt an den Blattunterseiten der Pflanzen. Zudem haben sie die Fähigkeit, sich in Form, Zeichnung und Farbe ganz genau den Wirtspflanzen anzupassen. Das ist ihr großes Glück, denn ohne diese geniale Fähigkeit gäbe es noch viel weniger Schmetterlinge. Denn ihre natürlichen Fressfeinde, die Vögel, können sie dann ebenfalls wegen ihrer Tarnfarben und Tarnformen kaum entdecken. Wenn es gelingt, eine Raupe aufzuspüren, nehmt euch ruhig einmal die Zeit und beschäftigt euch ein wenig mit ihr, indem ihr sie genauer betrachtet. Auch Raupen sind ein kleines Wunder der Natur. Es ist vielleicht eine Urangst von uns Menschen, sich vor allem, was da kriecht und sich auf Zweigen, Blättern, Boden schlängelnd fortbewegt, zu ekeln und manchmal sogar regelrecht zu fürchten. Man sollte aber wirklich einmal versuchen, diese grundlosen Gefühle zu verdrängen und sich zu überwinden und die Raupen schätzen lernen.