Ohrwürmer, auch Ohrenkneifer genannt, fressen Läuse. Deshalb werden sie von vielen Hobbygärtnern geschätzt, während die anderen die Insekten eklig finden. Immerhin hat sich inzwischen herumgesprochen, dass die Tiere nicht in die Ohren krabbeln und mit den Zangen an ihrem Hinterleib dort hineinkneifen, obwohl sie Ohrenkneifer genannt werden. Für die biologische Schädlingsbekämpfung sind die Ohrenkneifer sehr nützlich, weil sie Insekten und deren Larven verputzen. Deshalb macht es Sinn, ihnen Unterschlupf in Form von Ohrenwurmhäuschen anzubieten. So können sie Läuse von befallenen Bäumen und Sträuchern in ausreichender Menge fressen. Besonders gerne werden sie dort eingesetzt, wo man mit chemischen Mitteln nicht arbeiten kann und will, weil etwa Früchte reifen und geerntet werden sollen, wie beim Beerenobst. Wenn sich die Blätter von Johannisbeersträuchern rot färben und blasige Ausbuchtungen zeigen, dann ist das ein Zeichen für Läusebefall. Die Läuse halten sich gut versteckt und für Spritzmittel praktisch nicht erreichbar an den Blattunterseiten in den „Blasen“ auf. Ohrwürmer können da wirkungsvoll eingesetzt werden. Allerdings müsst ihr unbedingt darauf achten, dass sie auch stets genügend Nahrung bekommen, sonst vergreifen sie sich nämlich an krautigen, jungen Trieben. Tagsüber sieht man die Tiere übrigens selten. Der Grund: Sie halten sich am Tag meistens in ihren Ohrwurm-Eigenheimen auf. Ihr könnt sie daher an Plätze mit Futter umquartieren, indem ihr die Häuschen in die Nähe eines von Läusen befallenen Strauches hängt.