In unseren Gärten halten sich dieses Jahr noch weniger Vögel auf als sonst. Der Spatz oder auch Haussperling ist der meist gesichtete Vogel bei uns. Seltener werden dagegen der Mauersegler, der der Vogel des Jahres 2018 war, der Star, er hat fast den Negativrekord von 2010 wieder erreicht und auch die Kohlmeise wurde bis jetzt kaum gesichtet. Unter den Top 15 weisen sieben Arten bisher die geringsten Zahlen auf. Dazu gehören die Amsel, die Blaumeise und die Kohlmeise, die Elster, der Grünfink und der Buchfink sowie der Hausrotschwanz.

Nachgewiesen wurde das durch eine Aktion „Stunde der Gartenvögel vom Nabu initiiert, die bereits zum 14. Mal statt fand. Immer am zweiten Maiwochenende sind die Naturfreunde dazu aufgerufen, die Vögel in ihrem Garten zu zählen. Die Organisation Nabu hat in diesem Jahr 33,3 Vogelarten gemeldet, die im Schnitt seit Beginn der Aktion in unseren Gärten gezählt wurden. Das ist ein Minus von über 5 % gegenüber dem Vorjahr.

Dramatisch geht die Zahl der Vögel in Deutschland und Europa zurück. Schon seit Dezember ist bekannt, dass die Anzahl der Vögel immer weiter zurückgeht. Das wurde bei der bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ bekannt. Eine Art ist sogar bundesweit bedroht, das Grünfinksterben durch die Krankheit Trichomoniasis. Um 60 % sank die Zahl der Grünfinken seit 2011.

Der Bestand der Kiebitze ist zwischen 1990 und 2013 um 80 % gesunken, die Uferschnepfen um 61%, die Feldlerche um 35%, und die Rebhühner haben zwischen 1990 und 2015 sogar um 84% abgenommen.

Die Gründe für den Rückgang der Vogelarten sind vor allem die fehlende Lebensräume und das Insektensterben. Bei den Insekten ist der Bestand bis zu 90 % zurückgegangen. Schuld sind vor allem Unkrautvernichtungsmittel und Insektengifte, auch der Trend zu Monokulturen wie Raps und Mais spielen dabei eine sehr große Rolle. Aber auch die ausbleibenden Bruterfolge sind relevante Einflussfaktoren auf den Rückgang der Vögel. Oft ist auch die Wetterlage zu nass und kalt, die Jungvögel frieren und können nicht ausreichend mit Futter versorgt werden. Aber auch Bäume und schützende Hecken fehlen, in denen die Vögel ihre Nester einrichten können.

Jeder Gartenfreund kann einen Teil dazu beibringen, um die Vögel zu erhalten, die uns noch bleiben. Eine Vogeltränke und Vogelfutter sollten in den Gärten ihren Platz finden.