Es mag vielleicht etwas ungewohnt klingen, aber intensiv duftende und aromatische Pflanzen gibt es nicht nur auf der Blumenwiese, im Kräuter- oder Steingarten, sondern auch rund um den Gartenteich, teilweise sogar im Wasser selbst. Einige dieser duftenden Pflanzen sind einheimisch, andere Exoten, die zumindest während des frostfreien Sommerhalbjahres im Wassergarten gehalten werden können.

Manche als Teichpflanzen im oder auf dem Wasser, am feuchten Teichrand oder oberhalb des Teiches, im Sumpfbeet oder entlang eines Bachlaufs oder in einem Filtergraben zur Reinigung deines Schwimmteiches infrage.

Zu allen diesen Wasserwelten einige Pflanzenbeispiele:

Die Bachnelkenwurz Geum rivale wächst am besten im Halbschatten am Rand eines Bachlaufes oder eines Gartenteiches. Sie wird bis zu 40cm hoch und bildet ab Mai/ Juni kleine nickende Blüten in Braunrot oder Orange. Allerdings sind es weniger die Blüten als vielmehr das Rhizom, wenn man es ausgräbt und zerlegt, welches intensiv duftet – und zwar ähnlich wie Gewürznelken. Die Schwesterart, die Nelkenwurz Geum urbanum, die allerdings eine reine Landpflanze ist, riecht noch intensiv nach Nelken. Sie wurde früher als Ersatz für die echten Gewürznelken genutzt, die anfangs noch extrem teuer waren.

Im Halbschatten eines Teichrands sollte das einheimische Mädesüß Filipendula ulmaria nicht fehlen. Die weißen Blüten verbreiten in den Abendstunden einen charakteristischen Duft nach Vanille und Mandeln. Früher wurde das Mädesüß zum Süßen von Wein und Met (Honigwein) genommen, heute gewinnt man aus Blüten und Blättern einen Tee, der Linderung bei Erkältungen und grippalen Infekten bringen soll, da die Pflanze auch schmerzlindernde Salicylsäure enthält. Die Staude kann im Extremfall bis zu 2m in die Höhe wachsen. Ihre Blüten sind weißlich. Wer es bunter mag, sollte stattdessen das rosa blühende Amerikanische Mädesüß Filipendula rubra pflanzen. Mädesüß-Stauden brauchen einen feuchten, nährstoffreichen und leicht sauren Boden, sollten aber nicht „mit den Füßen“ im Wasser stehen.

Auch der einheimische Wasserdost Eupatorium purpureum verbreitet einen intensiven Mandelgeruch. Die hell-rosa blühende Staude kann mehr als 1m hoch werden. Man pflanzt ihn am besten an einen halbschattigen auf feuchtem Boden an einem Bachlauf.

Das Pfennigkraut Lysimachia nummularia ist im Gegensatz zu anderen Felberich-Arten der Gattung Lysimachia ein Bodendecker, der sich rasch ausbreitet und sowohl auf trocknen wie auch auf feuchten Böden und sogar unter Wasser im Teich wächst. Die gelben Blüten sollen herb-animalisch bis aprikosenartig duften, was mir aber persönlich noch nicht aufgefallen ist, obwohl das Pfennigkraut als Lückenfüller bei mir im Garten an den unterschiedlichsten Plätzen wächst.

Die weißlich bis rosa blühende Pestwurz Petasites fragans verströmt sogar im Winter einen vanilleartigen Duft – wohl deshalb wird sie auch Winter-Heliotrop genannt. Sie wächst am Besten am Rand eines breiten Bachlaufes auf kiesig-sandigem, nährstoffreichem und von Sickerwasser durchflossenen Untergrund. Man kann sie auch ins feuchte Kiesbeet pflanzen.

Das Aurikel Primula auricula ist mit seinem gelben, zart duftenden Blüten, die in Dolden mit bis zu 30 Blüten stehen, bei uns in Deutschland in den Bayerischen Alpen und im Schwarzwald heimisch ist. Im Garten werden aber meist die zahlreichen, andersfarbigen Zuchtsorten kultiviert. Das Aurikel braucht einen frischen bis feuchten, kalkreichen Boden im Halbschatten. In der Natur siedelt sich das Aurikel im Spritzwasserbereich eines Wasserfalls an. Warum also das Aurikel im Garten nicht im Spritzwasserbereich einer Teichfontäne anpflanzen oder dort wo das Wasser des Bachlauf über ein Wehr in einem kleinen Wasserfall in den Gartenteich stürzt?

Nun aber zu den Exoten unter den duftreichen Teichpflanzen:
Seerosen werden zwar in erster Linie wegen der Farbenpracht ihrer auf der Wasseroberfläche schwimmenden Blüten gehalten, es gibt aber auch einige Sorten, die außerdem auch noch angenehm riechen, z.B,. die Sorte Apple Blossom Pink‘, deren rosa Blüten einen apfelartigen Duft verströmen. Oder die gelben ‘Texas Dawn‘, die einen typischen zitronenartigen Duft entwickeln. Es gibt sogar eine Seerose, die Sorte ‚Fritz junge‘, die nach Anis riecht. Und eine Seerose trägt sogar den Duft in ihrem Namen: Die Duftende Seerose Nymphaea odorata, auch von ihr gibt es zahlreiche Sorten und Hybride. Die kleineren Sorten kommen auch für einen Platz im Miniteich mit seiner geringen Wassertiefe infrage.

Der aus Südostasien stammende Eidechsenschwanz Houttuynia cordata soll sogar nach Orangen duften. Er hat einen ährenförmigen, aufrecht stehenden Blütenstand, der an der Basis von vier weißen Hochblätter umgeben ist. Der Eidechsenschwanz oder Molchschwanz – wie er auch genannt wird – fühlt sich am wohlsten im Halbschatten und auf einem feuchten Boden, z.B. am Rand eines Bachlaufs, denn in Asien wächst er vor allem entlang von Wassergräben.

Nach Honig duften die dunkelrosa Blüten der Seidenpflanze Asclepia syiraca, die wohl ursprünglich aus Nordamerika stammt, bei uns in Europa aber stellenweise, vor allem in Teilen Österreich, verwildert ist und dort bereits zum festen Florenbestand gehört. Die Seidenpflanze ist allerdings bei uns nicht winterhart; sie muss bei Temperaturen von etwas mehr als plus 10 Grad Celsius überwintert werden. Deshalb pflanzt sie am besten als Kübelpflanze und stellt sie an einen halbschattigen Platz direkt an den Rand eines Gartenteiches. Denn abgesehen davon, dass sie nicht winterhart ist, würde sich die Seidenpflanze dank ihres unterirdischen Wurzelstockes rasch ausbreiten und bräuchte – wenn man sie auspflanzen würde – unbedingt eine Wurzelsperre. Das Substrat im Pflanzkübel sollte humus- und nährstoffreich und vor allem locker und gut wasserdurchlässig sein. Denn Staunässe verträgt auch die Seidenpflanze nicht – selbst wenn sie es frisch bis feucht mag.

Schließlich sei noch die aus Südafrika stammende Kap-Wasserähre Aponogeton distachyos erwähnt. Sie bildet weiße Blütenähren, die sich über die Wasseroberfläche hinausstrecken. Die Blüten duften vanilleartig. Auch dieser Exot ist bei uns nicht winterhart und wird am besten im Wintergarten überwintert. Dort hält sie aber keine Winterruhe, sondern blüht munter weiter. Im Sommer setzt man sie in einem Pflanzkorb mit Teichsubstrat in die etwa 40 bis 50cm tiefe Flachwasserzone eines Gartenteichs.