Was wäre die Provence ohne ihre Lavendelfelder in leuchtendem Violettblau und dem typischen, etwas herben und krautigen Duft. Auch im Garten sollten einige Lavendelsträucher nicht fehlen. Sie sind Rosenbegleiter und können mit ihren ätherischen Ölen manchen Schädling vertreiben oder die verschiedensten Schmetterlinge und Hummeln an. Meist wird im Garten eine der zahlreichen Zuchtsorten von Lavandula angustifolia kultiviert. Eine besonders würzig-kräftige Duftnote mit einem leichten Kampfergeruch entwickelt jedoch zur Blütezeit die Sorte Lavandin, eine Kreuzung von Lavandula officinalis und Lavandula latifolia. In jedem Fall ist der Lavendel ausgesprochen pflegeleicht und braucht kaum Wasser und Dünger. Ei jährlicher Rückschnitt – am besten gleich nach der Blüte, das ist eigentlich schon alles. Und vor allem liebt es der Lavendelstrauch nicht, umgepflanzt zu werden, wenn er einmal an einem bestimmten Platz gut eingewurzelt ist.

Auch eine Reihe von Küchenkräuter und Heilpflanzen verleihen dem mediterranen Garten sein typische Duft- und Aromanote und sollte auf keinen Fall fehlen – egal ob als Topf- und Kübelpflanzen oder in der Kräuterspirale. Dazu zählen der Rosmarin, leider nicht ganz winterfest -, der Ysop, ein blau blühender Halbstrauch, der einen süßen, kampferartigen Duft verströmt, der Muskatellersalbei, seine Blätter verströmen beim Zerreiben als Jungpflanze zwischen den Fingern einen zitrusartigen Geruch, später erinnert er eher an den von Muskatellertrauben.

Ein typisches Florenelement der im westlichen Mittelmeergebiet weit verbreiteten Zwergstrauchheiden ist das Zypressenkraut, auch Heiligenblume genannt. Die feinfiedrigen, silbrig grauen Blätter entwickeln einen charakteristischen Duft, der an eine Kombination aus Kamille und Zypressen erinnert. Früher wurde das Zypressenkraut als Heilpflanze kultiviert, heutzutage wird sie vor allem im Steingarten angepflanzt. Sie ist allerdings bei uns nicht völlig winterhart. Lässt man sie den Winter über trotzdem im Garten, dann friert sie zurück, treibt dann aber mit etwas Glück im Frühjahr wieder aus.

Etwas in Vergessenheit geraten ist der Goldlack mit seinem veilchenartigen Duft; die Kreuzritter brachten ihn einst von der Levante mit nach Mitteleuropa. Auch die Prachtnelke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, sie verbreitet neben dem für viele Nelkenpflanzen typischen Geruch einen veilchenartigen Duft. Der Diptam stammt ursprünglich ebenfalls aus dem Mittelmeergebiet; er ist jedoch von ganz alleine im Laufe einer Wärmezeit bereits mehreren Tausend Jahren nach Frankreich und von dort weiter über das Rhonetal bis Mitteleuropa eingewandert. Der balsamartiger Duft des Diptams, der sich beim Reiben seiner Blätter entwickelt, erinnert an Zitrusfrüchte.

Obwohl die Nachtviole bereits in den Bauerngärten des Mittelalters regelmäßig gepflegt wurde, stammt sie ebenfalls aus Südosteuropa. Allerdings braucht sie eher einen Platz im Halbschatten und einen frisch-feuchten Boden. Auch ihre Blüten haben einen veilchenartigen Duft, der sich aber erst in der Abenddämmerung ausbreitet. Die aus dem früheren Palästina stammende Madonnenlilie lockt ebenfalls erst in den Abend- und Nachtstunden unzählige Nachtfalter mit ihrem Duft an.

Eine aus dem östlichen Mittelmeergebiet kommende Kletterpflanze ist die Eberraute. In Mitteleuropa hielt sie im Mittelalter zunächst Einzug in die Klostergärten. Der Abt Walafried Strabo des Klosters Mittelzell auf der Insel Reichenau beschreibt sie bereits als Heilpflanze zur Behandlung von Fieber und Gichtanfällen. Die Blätter der Eberraute verströmen einen zitronen-frischen Duft. Auch der Pfeifenstrauch ist im Südosten Europas und im Mittelmeerraum heimisch. Seine weißen Blüten verbreiten einen besonders schweren Duft, der zugleich an den von Orangen, Zimt und Jasmin erinnert und deshalb bei uns auch Falscher Jasmin genannt wird.

Leider wurde bei der Zucht moderner Rosensorten eher auf Blütenfarbe als auf ihren Duft geachtet. Eine der wenigen, uns noch erhaltenen alten Duftrosen ist die Damaszener Rose. Sie wurde von der Kreuzrittern im 13. Jahrhundert von Damaskus aus als Kriegsbeute mit nach Frankreich gebracht. Doch auch die Damaszener Rose war bereits ein „Kunstprodukt“, von den Syrern aus einer Kreuzung aus der Essigrose und der Phönizischen Rose entstanden und weitergezüchtet.