Die Familie der Ingwergewächse ist nicht gerade rar mit den schönsten und farbenprächtigsten Blütenstauden. Sicherlich zu den imposantesten Vertretern mit einem mächtigen, leuchtend roten Blütenstand gehört der Fackelingwer (Etlingera elatior), auch Kaiserzepter genannt.

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Der imposante Blütenstand des Fackelingwers (Foto: Forest & Kim Starr, Creative Commons Attr.-ShareAlike 3.0 unported)

Die ursprüngliche Heimat des Fackelingwers liegt in Südostasien oder genauer in Thailand, Malaysia und Indonesien. Er wird heutzutage aber in fast allen tropischen Regionen als Zierpflanze kultiviert. Allerdings werden Blütenstände und Früchte auch als Gewürz und zum Dekorieren von Gerichten der indonesischen Küche verwendet.

Der Fackelingwer ist zugleich eine der größten Ingwergewächse. Er kann mehr als 5m hoch werden. Er bildet einen sogenannten Pseudostamm, der sich in Wirklichkeit aus Teilen der ebenfalls großen Laubblätter mit ihren bis zu 90cm langen Blattspreiten zusammensetzt. Der Fackelingwer hat außerdem ein mächtiges, kriechendes und verzweigtes Rhizom und bildet einen dichten Horst.

An der Basis dieser Pseudostämme wächst ein bis zu 150cm hoher Blütenschaft empor, der mit großen, lederartigen Schuppen besetzt ist. Auch der Blütenstand erreicht eine beachtliche Größe. Vor allem fallen die teilweise mächtigen Tragblätter auf, die schindelartig übereinander angeordnet sind. Die äußeren Tragblätter sind steril, die inneren fruchtbar. Die zwittrigen Blüten sind immerhin noch bis zu 5cm lang. Die Blüten sidn dreizählig, d.h. sie haben drei zu einer Röhre verwachsene Kelchblätter und drei Kronblätter; auch die Kronblätter bilden eine Röhre. Der gesamte Blütenstand hat eine kegel- bis pyramidenartige Form. Er hat eine rote bis rot-orange Farbe. Jedes Teil der Einzelblüten kann eine etwas unterschiedliche Farbe annehmen: Das Tragblatt ist in der regel leuchtend rot. Die innere Blüte eher rosa und die Lippe der Blüte rötlich mit einem hellen Rand in gelb oder Weiß gefärbt. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich die grün bis rot gefärbten, runden Früchte, die einen Durchmesser von bis zu 2 ½ cm haben können.

Der Fackelingwer ist zwar eine Pflanze der humiden Tropen, mit den entsprechenden Rahmenbedingungen kann man ihn aber auch bei uns pflegen. Optimal ist dazu natürlich ein heller, aber absonniger Platz im Wintergarten oder Gewächshaus. Der Fackelingwer braucht vor allem Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Als Kübelpflanze kann man ihn sogar in den Sommermonaten an einen geschützten, warmen Platz im Freien stellen. Die Temperatur sollte jedoch unter 15 Grad Celsius absinken, optimal wäre etwa 24 Grad Celsius. Zum Überwintern braucht er einen hellen Raum mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius.

Während der Hauptvegetationszeit braucht der Fackelingwer reichlich Wasser, aber nur kalkarmes oder kalkfreies, möglichst weiches Wasser. Staunässe verträgt aber auch der Fackelingwer nicht. Daher braucht er ein lockeres, durchlässiges, aber humus- und nährstoffreiches Pflanzsubstrat. Im Winter wird entsprechend weniger gegossen.

Soweit mir bekannt, wird der Fackelingwer in Deutschland nur als Saatgut angeboten. Die Samen haben eine harte Schale; damit sie keimen, sollte man sie vor der Aussaat einige Stunden in lauwarmem Wasser quellen lassen. Anschließend setzt man die Samen in feucht gehaltene Anzuchterde. Zum keimen braucht der Fackelingwer Temperaturen von etwa 23 bis 25 Grad Celsius und eine möglichst gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit, aber ohne dass das Substrat zu schimmeln beginnt.