Von den weltweit 220 (!) bekannte Arten des Wasserschlauchs der Gattung Urticularia sind neben den rein terrestrischen auch einige Arten zu einer aquatischen Lebensweise übergangen. Zu diesem Typ zählen auch die sieben einheimischen Wasserschlaucharten, die allesamt winterhart sind. Sie bilden im Herbst an ihren Triebenden Überwinterungsknospen, sogenannte Turionen, die zu Boden sinken und dort im Teichschlamm überwintern, bis sie im Frühjahr wieder austreiben und dann soviel Auftrieb haben, dass sie als Schwimmpflanzen bis dicht unter die Wasseroberfläche auftauchen. Auch zwei nordamerikanische Wasserschlaucharten sind winterhart. Alle hier aufgeführten Wasserschlaucharten bleiben ganzjährig im Wasser, kommen also für einen Platz im Moorbeet nicht infrage. Man kann sie an einer halbschattigen Stelle im Gartenteich einsetzen. Sie folgen dem Fangprinzip einer Saugfalle. Um zu beobachten, wie die Pflanzen blitzschnell ihre Beute – zum Beispiel Wasserflöhe und kleine Mückenlarven mit Unterdruck in ihre Fangblasen einsaugen, hält man den Wasserschlauch besser in einem Kaltwasseraquarium als im Gartenteich. Das Wasser muss aber in jedem Fall weich, kalkfrei und sauer (pH<7) sein, denn in der Natur besiedeln unsere einheimischen Wasserschlaucharten Moortümpel.

Name:  wasserschlauch_mit_fangblasen.jpg
Hits: 3
Größe:  126,7 KB
Im Bild die feinfiedrigen Blätter mit ihren winzig kleinen Fangblasen des Gewöhnlichen Wasserschlauchs Urticularia vulgaris (Foto: H. Zell, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).