Nachdem vielerorts die diversen Randstreifenprogramme für Äcker, Felder und Fließgewässern ausgelaufen sind, dürfen lt. Förderrichtlinien die Feldraine, Ackerränder und Gewässersäume wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, d.h. der Acker wird wieder bis zur Grenze voll zum Getreideanbau o. ä. genutzt. Das bedeutet dann das Ende für die letzten Feld- und Wiesenblumen. Und damit verschwinden auch Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge aus den Feldern, wenn ihnen nicht schon vorher Neonicotinoide und andere Pestizide der Garaus gemacht wird.

So bleibt oft nur der Garten als Rückzugsort für diese Insekten. Längst bietet der Gartenfachhandel entsprechend zusammengestellte Saatgutmischungen für Wildblumen, Schmetterlingswiesen, Bienenweiden oder Blumenmischungen für Singvögel. Dazu muss man nicht gleich die ganze Gartenfläche in einen Naturgarten umstrukturieren. Oft reicht dafür ein Randstreifen entlang eines Gartenweges, vor einem Gehölzrand oder eine Wildblumeninsel inmitten einer Rasenfläche oder als Baumscheibe unter einem Obstbaum. Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten wird man aber auf Dauer damit nur in den Garten locken und halten können, wenn auch das Umfeld stimmt. Eine sinnvolle Ergänzung zu einem solchen Wildblumenbeet wäre zum Beispiel ein in der Nähe aufgestelltes Insektenhotel, ein Hummel- oder Schmetterlingskasten und eine Vogeltränke oder etwas Ähnliches, um den Durst und den Wasserbedarf der Tiere zu stillen.

Oder was nützt den Tieren ein naturnah bepflanzter Gartenteich inmitten einer sterilen, totgepflegten Rasenfläche? Libellen wird man nur anlocken, Amphibien nur halten können, wenn über den Rand des Gartenteiches hinaus ein Uferstreifen mit schattenspendenden Gehölzen, Stauden oder Gräsern, Rückzugsräume unter Steinen, Moos und ähnlichen Strukturen und Ein- und Ausstiegshilfen in Form von einem Brett oder flachem Stein angeboten werden. Molche zum Beispiel haben einen relativ kleinen Aktionsradius , wenn sie nach der Laichzeit den Teich verlassen. Sie suchen Unterschlupf unter mit Moos bewachsenen Steinen oder Wurzeln direkt am Teichrand, während Frösche und Erdkröten sich viel weiter vom Gewässer entfernen.

An dieser Stelle möchte ich allerdings noch einmal darauf hinweisen, dass sämtliche unserer einheimischen Amphibien- und Reptilienarten streng geschützt sind und deshalb weder gefangen noch umquartiert werden dürfen – also auch von ihrem natürlichen Heimatgewässer in den Gartenteich!

Aber es ist möglich, dass die Tiere von sich aus das Kleinbiotop besiedeln. Vorausgesetzt man bietet ihnen „Trittsteine“ zwischen ihrem Ursprungsgewässer und Gartenteich an. Ich hatte zum Beispiel vor einigen Jahren einen Garten, der an einen natürlichen Bachlauf mit einem abwechslungsreichen Muster als kleinen Fließstrecken und Stillwasserzonen grenzte. Und schon im ersten Sommer wanderten die ersten Wasserfrösche von diesem Wiesenbach in meinen Gartenteich (es war allerdings auch nur eine Distanz von 10m zu überwinden) und sorgten dort in den Folgejahren für Nachwuchs, bis eines Tages ein Prachtexemplar von Ringelnatter dem ein Ende setzte und ein für alle Mal unter den Amphibien im Teich aufräumte. Die Ringelnatter ihrerseits hat ihr eigentliches Quartier aber im Komposthaufen und unternahm von dort aus regelmäßige Streifzüge zum wiederum etwa 10m entfernten Gartenteich zu unternehmen.

Genauso wenig wie man aus natürlichen Gewässer geschützte Tierarten herausfangen und in den eigenen Gartenteich umsiedeln darf, genauso wenig darf man geschützte Tiere, die sich aus den Gartenteich besiedelt haben, wieder daraus entfernen – sie müssen geduldet werden.

Optimale Möglichkeiten für die Vernetzung von Kleinbiotopen bieten auch Wildhecken oder Trockenmauern, vor allem dann wenn sie über die eigenen Gartengrenzen hinaus auch benachbarte Gärten verbinden.

In einer Kleingartenanlage kann man sich mit aufgeschlossenen Nachbarn abstimmen und einen Verbund aus Biotopen und geeigneten Trittsteinen zwischen den einzelnen Gartenteichen, den Blumenwiesen usw. anlegen. Da reicht oft schon ein lose aufgeschütteter Haufen aus Steinen als Refugium , eine aus Strauch- und Gehölzschnitt angelegte Benches-Hecke, ein Moor- oder Sumpfbeet.

Wichtig ist das solche naturnahen Lebensräume sowohl räumlich verbunden als auch funktionell miteinander vernetzt sind. So lassen sich Teiche zum Beispiel durch einen Bachlauf oder Filtergraben miteinander verbinden. Eine funktionelle Vernetzung schafft man zum Beispiel, wenn man Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen zur Blumenwiese als Quelle zum Nektar- und Pollensammeln auch Insektenhotel als Brutmöglichkeit oder Übernachtungs- und Winterquartier und eine Vogeltränke als Wasserquelle bietet.