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Thema: Spitzwegerich – als Heilpflanze fast vergessen

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gartentroll
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    Spitzwegerich – als Heilpflanze fast vergessen

    Der Spitzwegerich gehört genauso wie der Breitwegerich zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Den meisten Hobbygärtnern ist er wohl eher als lästiges Unkraut bekannt. Als Heilkraut ist er zu Unrecht dagegen fast in Vergessenheit geraten. Dabei wirkt er ebenso gut wie der als Heilpflanze bekanntere Huflattich bei Erkältungskrankheiten reizmildernd, schleim- und hustenlösend.

    Der Spitzwegerich war ursprünglich nur in Europa heimisch, inzwischen ist er aber fast weltweit verbreitet. Auch in Nordamerika wurde er – sicherlich unbeabsichtigt – eingeschleppt; von den Indianern Nordamerikas wird der Spitzwegerich deshalb auch „Fußtritt des Weißen Mannes“ genannt. Denn die Samen sind außen von einer schützenden Schleimschicht eingehüllt, und damit die Samen an den Pfoten von Tieren kleben und sicherlich auch an den Schuhen der Menschen haften und werden so weiterverbreitet.

    Der Spitzwegerich ist denkbar anspruchslos in seinen Standort- und Milieubedingungen. Man findet in Rasenflächen, auf Fettwiesen, aber auch an sehr unwirtlich Standort wie Sandpisten und -wegen oder an Feld- und Ackerrändern. In den Alpen kommt er noch in Höhenlagen von mehr als 1.700m ü. NN vor.

    Wenn man den Spitzwegerich als Heilpflanze anbauen will, dann kann man ganz einfach seine reifen Samen aus Wildbeständen ernten – wenn man ihn nicht schon längst irgendwo im G als „Unkraut“ bisher geduldet hat. Man sät ihn dann am besten gleich wieder im Kräuterbeet in einer schmalen Reihe aus – am besten auf mittelschwerem Boden aus Lehm und Sand. Wegericharten sind allerdings Lichtkeimer und Kalkeimer. Man darf die Samen also nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht andrücken. Außerdem brauchen sie eine Kälteperiode, um dann erst mit den danach wieder ansteigenden Temperaturen zu keimen.

    Der Spitzwegerich bildet eine grundständige Blattrosette. Die Rosettenblätter habe keine Stiele, die Blattspreite hat eine schmale, lanzettförmige und spitz zulaufende Gestalt. Je nach Milieubedingungen blüht der Spitzwegerich in der Zeit zwischen Mai und September. Auf einem langen, gefurchten Stängel steht der walzenförmige Blütenstand mit seinen kleinen, zwittrigen Blüten. Aus diesen Blüten hängen die gelblich-weißen Staubbeutel weit heraus. Mitsamt Blütenstand kann der Spitzwegerich dann bis zu einen halben Meter hoch werden. Gewaltiger ist aber seine reich verzweigte Wurzel, die bis 60cm tief ins Erdreich vordringen kann.

    Geerntet werden vor allem die Laubblätter, und zwar solange sie noch jung und zart sind. Man muss die Blätter vorsichtig abzupfen, ohne dabei Druckstellen zu hinterlassen, die dann nämlich bald schwarz anlaufen würden. Dann müssen die Blätter zunächst getrocknet werden. Dazu schneidet man sie in etwa 1cm große Blattstückchen und legt diese in einer dünnen Schicht flach auf einem gut Feuchtigkeit aufsaugenden Papier an einem Schattenplatz zum Trocknen an der Luft aus.

    Aus den getrockneten Spitzwegerich-Blättern lässt sich ein Kräutertee aufgießen, der zur Linderung der Beschwerden bei Bronchitis, Asthma, Verschleimung der Atemwege und auch bei festsitzendem Keuchhusten getrunken wird.

    Statt Tee kann man aber auch einen Hustensirup herstellen, der von den Kindern sicherlich lieber angenommen wird als der bitter schmeckende Hustentee. Dazu nimmt man keine getrockneten, sondern frisch geerntete Spitzwegerich-Blätter und schneidet sie in kleine Stücke. In einer geeigneten, sauberen Glasflasche wird zuerst eine etwa 2cm hohe Lage dieser Blattstückchen geschichtet, dann mit Rohrzucker bedeckt. Das lässt man über Nacht stehen, damit sich Rohrzucker auflösen und die Blätter weiter zusammenfallen können. Dann kommt eine zweite Schicht Blattstückchen darüber und wird mit Rohrzucker gefüllt. Diese Prozedur wiederholt man so oft, bis die Glasflasche voll ist. Nun wird die Flasche endgültig luftdicht verschlossen und man lässt sie für ein bis zwei Monate an einem gleich bleibend warmen Platz stehen, damit die Gärung einsetzt. Ist der Gärungsprozess nach dieser zeit abgeschlossen, dann wird der Saft durch ein Sieb abgeseiht, zum Sterilisieren auf 70 Grad Celsius erhitzt und dann heiß in saubere Flasche abgefüllt.

    Als medizinisch wirksame Inhaltsstoffe enthalten die Spitzwegerich-Blätter verschiedene Glykoside, Schleim- und Gerbstoffe, Saponin und Kieselsäure. Die Schleimstoffe haben eine einhüllende, schützende Wirkung, während die Gerbstoff adstringierend, zusammenziehend wirken. Das Glycosid Aubin u. a. wirkt außerdem antibakteriell. Statt als Hustensaft oder Tee zur inneren Anwendung, können die Aufgüsse aus den Blättern aber auch äußerlich zur Behandlung von Hautirritationen durch Brennnesseln, Stichen von Insekten oder Neurodermitis verwendet werden.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Peggy
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    Hallo Gartentroll, ich habe da mal eine Frage an Dich. Du hast so intensiv über den Spitzwegerich geschrieben, bei uns im Garten wächst der Breitwegerich. Meine Frage, kann der Breitwegerich auch als Heilmittel eingesetzt werden?

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gartentroll
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    Also Breit- und Spitzwegerich unterschieden sich vor allem in der Form ihrer Blattrosette und der Blütenstände. Aber sie haben die gelichen öologischen Ansprüche, das gleiche Verbreitungsgebiet und vor allem auch haben sie die gleichen medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe und werden deswegen auch beide als Heilpflanzen genutzt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass beide Arten nie zusammen am gleichen Platz vorkommen. Vielleicht besteht da eine Konkurrenz zwischen beiden Arten und sie gehen sich deshalb sozusagen aus dem Weg. Der Spitzwegerich scheint allerdings noch etwas häufiger vorzukommen als der Breitwegerich.

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