Ihre Würde und ihrer überirdischen Schönheit wegen erhielt die Schwertlilie den botanischen Namen Iris, nach der weiblichen Götterbotin. Über den Regenbogen hatte sie Zugang zu allen Reichen: Himmel, Erde und der Unterwelt: Heute grüßt sie uns im Garten über die Blüten, der nach ihr benannten Pflanzen in allen Farben.

Es gibt keinen Zweifel, Schwertlilien, vor allem die Hohen Bart–Iris, gehören zu den großen Dynastien im Reich der Stauden. Mit ihren in allen Farben des Regenbogens schimmernden und obendrein duftenden Blüten verlocken sie viele Gärtner zum Sammeln. Dabei nimmt man es in Kauf, dass die Lieblinge nur im Frühsommer ihre Knospen öffnen. Die Niedrige Bart–Iris öffnet ihre Knospen etwa Ende April, die Hohe Bart–Iris ab Ende Mai, die mittelhohen Sorten dazwischen. Danach schmücken die Stauden das Beet mit ihren schwertförmigen, wintergrünen Blättern.

Die niedrigsten Sorten messen gerade einmal zehn Zentimeter, während die Riesen bis zu 120 cm aus dem Beet ragen. So findet sich für jeden Garten das richtige Format. Vorausgesetzt der Standort sagt den Rhizompflanzen auch zu.
Sie mögen es sonnig und warm, sogar mit Hitze und Trockenheit kommen sie gut zurecht. Schwere Lehmböden und Tonböden vertragen sie eher nicht, da sie zu Nässe neigen. Diese Böden müssen mit Sand durchlässig gemacht werden. Die optimale Pflanzzeit nach der Blüte ist von August bis September. Dabei sollte das Rhizom nicht zu tief in die Erde kommen. Manche Profigärtner raten sogar dazu, es nur zu zwei Dritteln in die Erde zu stecken.

Die weitere Pflege der Bart–Iris beschränkt sich darauf, verwelkte Blütenstände zu entfernen. Zum einen stecken die Pflanzen nicht unnötig Kraft in die Bildung von Samen, zum anderen wird manche Sorte dadurch zu einer Nachtblüte im Herbst angeregt. Im zeitigen Frühjahr putzt man braunes Laub aus und gibt einen Volldünger. Nach etwa vier bis fünf Jahren werden die Bart- Iris etwas blühfaul. Dann wird es Zeit für eine Verjüngung. Dazu nimmt man das Rhizom bis spätestens September auf, teilt es mit einem Messer und pflanzt die Teile mit einem Abstand von ca. 40 cm wieder ein.

Die begehrten Bart –Iris haben auch noch einige attraktive Schwestern. Dazu gehört die 40 cm bis 90 cm hoch werdenden Wiesen–Iris. Sie wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg, sowie von der Stiftung Loki Schmidt zur Blume des Jahres 2010 gewählt. Anlass ist die Bedrohung ihres Lebensraums durch die Entwässerung feuchter Wiesen. Im Garten liebt sie einen frischen bis feuchten Boden. Ansonsten gibt sie sich eher anspruchslos. Die Samenstände der im Mai bis Juni erscheinenden Blüten lässt man gerne als winterlichen Beetschmuck stehen.

Noch recht wenig bekannt ist die Steppen–Iris. Ihre Rhizome werden im Herbst etwa fünf cm bis zehn cm tief in frische, lehmige Böden an sonnige, warme Standorte gepflanzt. Sie wächst je nach Sorte zwischen 80 und 140 cm in die Höhe. Einmal etabliert, möchte sie möglichst lange ungestört stehen bleiben.