Süßkirschen sind saftig, süß und unglaublich lecker. Man sagt ja, dass Nachbars Kirschen am besten schmecken und oft verzichten wir auf einen eigenen Kirschbaum. Meistens aus zwei Gründen: Erstens werden die Bäume ziemlich groß und zweitens braucht man unbedingt zwei Bäume mit verschiedenen Sorten nebeneinander, damit die Blüten bestäubt werden können. Die Süßkirsche kann nämlich mit ihren eigenen Blüten nichts anfangen und ist auf die Pollen anderer Sorten angewiesen, die dann auch noch gut zu ihr passen müssen. Jede Obstbaumschule hat Listen, auf denen steht, welcher Kirschbaum welchen bestäubt. Aber kaum ein Gärtner hat genug Platz für zwei Süßkirschen im Garten. Man kann sich natürlich mit dem Nachbarn absprechen, so dass jeder eine passende Sorte pflanzt. Auf diese Weise können sich die Blüten wechselseitig befruchten und einer reichhaltigen Ernte steht nichts mehr im Wege. Neuerdings gibt es aber auch selbstbefruchtende Sorten. Dazu zählt etwa die Sorte Lapins und die Sorte Sunburst. Beide können sich selbst bestäuben. Wenn diese beiden Sorten auch noch auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt sind, findet wirklich jeder in seinem kleinen Hausgarten ein Plätzchen für den Baum. Zu den schwach wachsenden Unterlagen zählen Gisela 5, Weiroot 158 oder Maxma Delbard 14. Übrigens bleiben Säulen-Süßkirschen wie die Sorten Helena oder Sylvia schlank und klein und liefern dabei genauso köstliches Naschobst wie die großen Bäume. Herrlich, wenn man Kinder hat. Die kleinen Bäume wachsen auch auf der Terrasse oder einem größeren Balkon. Kinder essen am liebsten Süßkirschen direkt vom Baum und verziehen den Mund, wenn sie sich mal eine Sauerkirsche in den Mund stecken. Doch Erwachsene mögen oft lieber Sauerkirschen. Die schmecken zwar nicht so gut frisch vom Baum, aber lassen sich hervorragend verarbeiten für Konfitüre, Säfte oder Kuchen. Da sind sie nämlich viel aromatischer als ihre süßen Schwestern. Wer also lieber Sauerkirschen möchte, kann ohnehin aufatmen, denn da genügt ein einzelner Baum. Sauerkirschen können sich nämlich selbst befruchten. Kobold ist der Name einer neueren Sorte, die die ganze Zeit relativ klein bleibt und somit viel leichter zu ernten ist als die Süßkirsche, für die man zumindest, wenn sie älter ist, eine Leiter braucht. Diese Sorte wird nicht höher als zwei Meter. Die schmackhaften Früchte, die sich prima verarbeiten lassen, reifen im Juli.