In einem soweit wie möglich nach biologischen Prinzipien geführten Garten ist das Mulchen eigentlich unverzichtbar. Es hält den Lebensraum Boden gesund und kann die Erträge im Garten nachhaltig erhöhen. Und es macht den Garten pflegeleichter. Vorausgesetzt man mulcht richtig – mit dem richtigen Mulchmaterial zum richtigen Zeitpunkt und für den geeigneten Einsatzbereich.

Wer den Boden mulcht, macht es der Natur nach. Denn dort in der freien Natur ist fast nirgendwo der nackte Boden zu sehen. Meist ist die gesamt Fläche von Pflanzen bewachsen oder mit einer Schicht aus verrottendem Pflanzenmaterial bedeckt. Warum also nicht auch im Garten so wenig kahle Stellen lassen wie möglich? Denn nur dort kann sich eine humusreiche Erde entwickeln.

Und das Mulchen hat zwei weitere Vorteile: Man muss Pflanzen, die auf gemulchten Beeten stehen, weniger oft gießen, denn die Mulchschicht hält die Bodenfeuchtigkeit. Und man muss auch weniger unerwünschten Wildwuchs (meist Unkraut genannt – in Wirklichkeit jedoch nur Pflanzen am falschen Platz) jäten.-

Entscheidend ist neben dem richtigen Mulchmaterial vor allem die Dicke der Mulchschicht. Sandige, durchlässige Böden vertragen eine dicke Mulchschicht, bei schweren Boden z. B. mit einem hohen Anteil an Lehm muss die Mulchschicht dünner bleiben.

Je kompakter und dichter das Mulchmaterial ist (das trifft z. B. auf Rasenschnitt zu), des dünner muss gemulcht werden. Lockeres Mulchmaterial kann dagegen höher aufgeschichtet werden.

Frisch angesäte Beete dürfen natürlich noch nicht gemulcht werden. Und auch bei Jungpflanzen sollte man mit dem Mulchen warten bis die Pflänzchen wenigstens 10cm in die Höhe gewachsen sind,. Sonst würde man sie regelrecht ersticken.

Und um jede Pflanze herum sollten rund um die Basis einige Zentimeter Platz lassen, damit der Luftaustausch erhalten bliebt und sich keine Fäulnis bilden kann.

Nun zu den verschiedenen Mulchmaterialien:

Gartenkompost – das ist natürlich eines der besten Materialien zum Mulchen. Der Gartenkompost eignet sich eigentlich für alle Pflanzen und ist besonders für sandreiche Böden zu empfehlen, denn er erhöht die Bindigkeit und hält die Feuchtigkeit des Bodens. Je nach Anwendungsbereich und Verrottungsrad des Kompostes sollte die Schichtdicke zwischen etwa 3 bis 8cm liegen. Im Spätherbst kann auf noch unbepflanzten Beeten auch Rohkompost ausbringen. Er kann dann den Winter über weiter verrotten und den Boden mit Nährstoffen anreichern, bevor das Beet wieder neu bepflanzt wird. Für bereits bepflanzte Beete sollte man dagegen nur reifen Gartenkompost nehmen.

Rindenmulch – bietet der Gartenhandel ja säckeweise an. Und es wird vor allem genutzt, um Freiflächen unkrautfrei – Pardon, frei von Wildwuchs zu halten. Mit geschälten Baumrindenstücken zu mulchen, empfiehlt sich vor allem rund um Pflanzenstauden , Sträucher und Bäume. Aber nicht auf einem Gemüsebeet, die meisten Gemüsesorten würden das nicht vertragen. Vor allem nicht die Starkzehrer unter den Gemüsesorten, denn der Rindenmulch entzieht dem Boden relativ viel Stickstoff.

Falllaub – fällt ja im Herbst meist reichlich. Rund um Gehölze und Stauden kann man die Blätterschicht relativ hoch (10 bis 15cm) aufschichten. Für nackte, unbepflanzte Beete oder niedrige Polsterpflanzen ist es ein optimaler Winterschutz. Als Nährstofflieferant sind jedoch nicht alle Blattsorten gleichermaßen geeignet. Das Laub von Walnuss und Eiche enthält viele Gerbstoffe und verrottet nur langsam. Gut geeignet als Blattmulch ist dagegen Buchen- und Birkenlaub oder auch von Obstbäumen. Bei Blättern von Obstbäumen, sollte man jedoch darauf achten, dass keine sichtbaren Zeichen von Blattkrankheiten und Schädlingen zu erkennen sind, bevor man damit mulcht.

Rasenschnitt – sollte man unbedingt erst einmal einige Tage trocknen lassen, bevor man ihn möglichst dünn zum Mulchen verteilt (nicht höher als 1 bis 2cm). Sonst bilden sich Fäulnisprozesse. Andererseits ist Grasschnitt ein guter Stickstofflieferant.

Gehäckseltes Stroh – speichert gut die Bodenwärme und Feuchtigkeit, verrottet allerdings nur sehr langsam. Es eignet sich für fast alle Pflanzen zum Mulchen. Die Schichtdicke sollte nicht mehr als 5cm betragen.

Sägemehl und Sägespäne – speichern zwar gut Feuchtigkeit und Wärme, verrotten aber nur langsam und entziehen dem Boden ähnlich wie Rindenmulch Stickstoff. Rund um die Pflanzenstauden gestreut, kann es gefräßige Nacktschnecken fernhalten.

Brennnesseln – klein gehäckselt eine feine Sache. Brennnesseln halten den Boden feucht und liefern Nährstoffe und wertvolle Spurenelemente. Das Mulchen mit Brennnesselschnitt eignet sich für alle Pflanzen. Damit kann man bis zu 5cm hoch mulchen, aber wer hat schon so viele Brennnesseln in seinem Garten?

Lavagranulat – speichert vor allem auf sandigen Böden gut die Feuchtigkeit und Wärme und es liefert viele Nährstoffe. Die Beete können zum Mulchen mit Lavagranulat bis zu 5cm hoch aufgeschichtet werden. Es eignet sich für alle Pflanzen, auch als Nährstofflieferant.







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