Anders als beim verwandten Mangold steht bei der Roten Bete nicht das Kraut, sondern die Rübe im Mittelpunkt des kulinarischen Interesses. Die Vorfahren der Roten Bete wuchsen wild in den Küstenregionen Europas und Vorderasiens. Die Menschen der Vorzeit sammelten die fleischigen Wurzeln. Später holten sie sich Exemplare mit besonders großen Rüben in die Gärten und züchteten sie weiter. Die Römer brachten sie mit nach Mitteleuropa, wo sie zunächst in den Klostergärten und später, etwa ab dem 14. Jahrhundert, in den Bauerngärten angebaut wurden. Die modernen Kulturformen gab es erst im 19. und 20. Jahrhundert, als der feldmäßige Anbau richtig florierte.

Bete kommt aus dem lateinischen Wort „beta“ und heißt Rote Bete. Neben den roten, gibt es aber auch weiße und gelbe Sorten, die dem Auge unwahrscheinlich erscheinen mögen, nicht aber dem Gaumen. Gelber und Weißer Bete fehlt der geschmacks-neutrale und für das intensive Rot verantwortliche Farbstoff Betanin. Dieser Naturfarbstoff findet in der Lebensmittelherstellung vielfach Verwendung.

Die Rote Bete ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr die Rübe mit einer grün, rot oder violett gefärbten, langstieligen Blattrosette, und im zweiten Jahr einen bis zu 1,5 Meter hohen Blütenstand ausbildet. Die fleischige Rübe liegt nicht unter der Oberfläche versteckt, sondern ragt stets mindestens zur Hälfte aus der Erde heraus. Es handelt sich um Knollen, die durch Einlagerungen von Nährstoffen zwischen dem Wurzelansatz und den Keimblättern entstehen. Nur bei den länglichen Sorten ist auch die Wurzel an der Bildung des Speicherorgans beteiligt.

Die Rüben gedeihen am besten auf tiefgründigem Boden, der vor dem Anbau gut gelockert wurde. Worauf die Rote Rübe nicht verzichten möchte, das ist ein humoser Lehmboden, der Feuchtigkeit und Nährstoffe speichert. Sie gedeihen zwar auch im Halbschatten, bevorzugen jedoch eher einen vollsonnigen Platz. Denn im Schatten ebenso wie bei großzügiger Stickstoff – Düngung reichern die Rüben mehr Nitrat an, als sie verarbeiten können. Bekommen die Bete vor dem Anbau Kompost, erübrigt sich eine zusätzliche Düngung. Außer bei stark kalkhaltigen Böden kann Bormangel auftreten, den die Pflanzen mit Herz – und Rübenfäule quittieren.

Obwohl die Rote Bete aus maritimen Lagen stammt, verträgt sie auch raues Klima. Die übliche Saat im Gemüsebeet sollte allerdings frühestens ab Mitte April erfolgen, da frostige Temperaturen während der Keimzeit frühzeitig die Blüten auslösen. Für die Herbsternte zum Einlagern, können Ende Juni gesät werden. Das Aussäen sollte nicht in der Nähe von Verwandten der Roten Bete erfolgen, da sie sich nicht vertragen. Nach Roten Bete und anderen Gänsefußgewächsen wie Mangold oder Spinat sollte daher immer eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren eingehalten werden.

Nach gründlicher und nicht zu flacher Bodenlockerung kann in einem Reihenabstand von 25 cm und einem Kornabstand von 8 cm ausgesät werden. Die Samen kommen in 2 cm tiefe Rillen und müssen gut angedrückt werden, anschließend werden sie gegossen. Etwa nach einer Woche bei optimalen Bedingungen lassen sich die ersten Pflänzchen aus der Erde blicken. Zu dicht Gesätes muss ausgedünnt werden. Ein engerer Abstand ermöglicht Babybeten, die besonders zart sind. Diese Babybeten eignen sich hervorragend zum Einmachen in Gläsern.

Sind die Pflänzchen kräftig genug, kommen sie im Abstand von 10 cm in ein Beet. Mehr sollte der Abstand nicht ausmachen, da die Rüben sonst rasch zu groß werden und dann verlieren sie ihre Zartheit und ihren leckeren Geschmack. Während der Kultur, vor allem während der Rübenbildung, will die Rote Bete gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Sie kann zwar längere Trockenzeiten überstehen, doch das nur auf Kosten der Knolle, die verliert dann an Saftigkeit. Bei Kultur von Roter Bete sollte neben dem regelmäßigen Gießen auch immer wieder der Boden gehackt werden. Durch des Auflockern des Bodens bekommen die Wurzeln nämlich besser Wasser und die Wildkräuter lassen sich auch besser entfernen. Um eine übermäßige Verdunstung zu vermeiden, wird eine Mulchschicht auf das Beet aufgetragen, zum Beispiel Rasenschnitt, Brennnesseln und Gemüseabfälle eignen sich zum Mulchen gut.

Je nach Sorte und Witterung dauert es drei bis vier Monate, bis die Rote Bete geerntet werden kann. Soll die Rübe eingelagert werden, muss sie ausgewachsen sein, für den täglichen Verbrauch sind aber auch die jüngeren Knollen ein wahrer Leckerbissen. Die Jungen Bete sind roh ein Genuss, ältere dagegen sollte man lieber kochen und dann genießen. Rote Bete enthalten wie ihre Verwandten Mangold und Spinat Oxalsäure, die bei übermäßigen Verzehr die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann. Rote Bete werden meistens im gekochten Zustand verzehrt, doch auch als Rohkost Salat ist die Bete sehr gefragt.