Den Sommer über lieferten Dill und Fenchel frisches Grün für Salate und Soßen.

Fenchel
Die Früchte des Fenchels reifen nach und nach. Sie haben die Form von einem Halbmond, tragen Längsrillen und sehen dem Kümmelsamen sehr ähnlich. Jedoch hat der Fenchel eine hellere Farbe als der Kümmel. Der Geschmack ist süßlich, da der Hauptstoff der ätherischen Öle (Anethol) derselbe ist wie der von Anis. Schweinefleisch wird durch Kümmelsamen verfeinert und macht ihn viel bekömmlicher.

Fenchel ist ein mehrjähriges Kraut, seine Heimat ist der Mittelmeerraum. In den raueren Gegenden jedoch verschwindet er oft nach zwei bis drei Tagen. Beim Ernten sollte man einfach ein paar Samen zu Boden fallen lassen, denn so sichert man sich auch langfristig eine Fenchelernte.

Kümmel
Kümmelfrüchte zerfallen bei der Reife in zwei dunkelbraune, längs geriffelten Sicheln. Der Stoff Carvon ist für das typische Kümmel – Aroma verantwortlich. Rund 60 % des ätherischen Öls macht dieser Carvon aus. Der Kümmel wächst zweijährig und ungern in der Nachbarschaft von Fenchel. Wenn sich die beiden näher kommen auf dem Beet, kümmern sowohl der eine als auch der andere. Bis auf seine Abneigung gegenüber Fenchel ist er sehr robust und auch frost-tolerant, deshalb wächst er auch in kühlen Gegenden. Kümmel ist für fette Gerichte genau das Richtige, denn sie werden mit Kümmel viel bekömmlicher. Er stärkt den Magen und beugt Blähungen vor.

Dill
Die Samen vom Dill schmecken im Gegensatz zu seinem frisch–süßen Kraut, etwas bitter, so ähnlich wie der Kümmel. Das ätherische Öl des Dills enthält ebenfalls die Kümmel–Substanz Carvon, wenn auch gleich nicht so viel wie das Original. Wie beim Kümmel zerfallen die Früchte bei der Reife in zwei Körner. Dill und Gurken gehören zusammen als Mischkultur ins Bett, im Salat und im Konservenglas. Denn bei eingelegten Gurken sorgen Dillkraut und Dillsamen für den typischen Geschmack und der Würze. Da der Dill einjährig ist, sollte man für die jeweils nächste Saison immer einige Dillsamen zurücklegen.

Süßdolde
Die Samen der Süßdolde schmecken nach Anis und Lakritze. In Deutschland sind die Körner kaum bekannt, obwohl die Süßdolde in Mitteleuropa und Nordeuropa heimisch ist. In Skandinavien, Schottland und sogar Island süßen die Menschen Kompott und andere Speisen dagegen seit jeher mit den Samen der Süßdolde. Das Kraut ist zäh und kältetolerant, so dass es selbst in nördlichen Breitengraden gedeiht und ausreift. Für den Winter erntet man die Dolden erst, wenn sie sich braun und schwarz färben. Am besten schmecken sie jedoch, wenn sie noch grün sind. Pur, im Joghurt, im Obstsalat und auch im Müsli schmecken sie hervorragend.

Koriander
Die Früchte des Korianders bestehen wie die von Kümmel, Fenchel und Dill aus zwei Teilen. Doch sie bleiben meistens zu einer Kugel zusammen. Koriander–Körner fallen leicht aus, deshalb schneidet man ihre Stängel, sobald die ersten Samen braun werden, am besten an einem regnerischen Tag oder wenn der Morgentau noch auf den Pflanzen liegt, so können die leichten Samen–Körner nicht so leicht abfallen. Man nennt den Koriander auch Wanzenkraut, weil die Blätter der Pflanze etwas muffig riechen. Auf die Samen trifft das aber nicht zu, die duften frisch und ihr Geschmack geht in Richtung Orangenschale.

Schwarzkümmel
Die Samen des Schwarzkümmels kennt man vor allem vom türkischen Fladenbrot, auf das sie zusammen mit Sesam gestreut werden. Die eigentliche Heimat des Schwarzkümmels ist Westasien, wo sie an warmen, sonnigen Orten reifen. Aber auch hierzulande wächst der Schwarzkümmel. Die ballonartigen Fruchtkapseln werden - sobald sie sich braun färben - gepflückt. Die Fruchtkapseln müssen vorsichtig angeklopft werden, um die empfindlichen Samen herausklopfen zu können. Übrigens ist die Jungfer in Grün eine Verwandte vom Schwarzkümmel. Die Samen der Jungfer in Grün könnte man theoretisch auch essen, jedoch schmecken sie penetrant süß. Ihre ätherischen Öl ist aber gerade deswegen in manch orientalischem Parfüm enthalten.


Den ganzen Sommer über liefern Dill und Fenchel frisches Grün für Salate und Soßen, wie auch noch viele andere Kräuter. Vorausgesetzt man erwischt den richtigen Erntezeitpunkt, denn der ist nahezu unberechenbar. Werden die Fruchtstände zu früh geschnitten, reifen die Samen nicht ganz aus. Wartet man zu lange, hat der Wind sie schon in alle Richtungen verteilt.

Spätestens wenn Ende August die Farbe der Körner von grün nach braun wechselt, heißt es handeln. Entweder man schüttelt die reifen Samen täglich aus, in eine Schüssel oder einen Stoffbeutel. Auf diese Weise bleiben die Samen bis zuletzt an der Pflanze und entwickeln viel Aroma und Heilstoffe. Oder man erntet nach und nach alle Fruchtstände, die schon vereinzelt braune Samen tragen, bündelt sie und hängt sie kopfüber an einen schattigen Ort auf. Darunter breitet man dann ein helles Tuch aus, auf welches die reifen Samen fallen können. Oder aber man bindet um jeden Fruchtstand ein Säckchen aus Vlies oder Gaze, in die die Samen hereinrieseln.

Die Samen lagert man am besten trocken und möglichst dunkel, etwa in verschließbaren Teedosen, oder man verstaut sie in Gläser und stellt sie dann in einem Schrank. So können sie nicht schimmeln und nicht keimen, sie bewahren so auch ihr Aroma. Einige Samen sollte man bei Seite legen für die nächste Aussaat.