Der Knollenziest ist ein relativ junges Gemüse, das erst 1882 von Japan nach Crosne, Frankreich, eingeführt wurde. Die zarten Knöllchen eroberten die Herzen der Franzosen im Sturm. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden sie häufig angebaut. Aber dann machten Viren den Bauern immer öfter einen Strich durch die Rechnung. Die Pflanze geriet somit leider fast in Vergessenheit. Seit den 1980-er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es aber wieder virusfreies Pflanzgut, und wenn ihr im Gemüsegarten etwas wirklich Besonderes anbauen wollt, empfehle ich euch den Knollenziest. Er bildet etwa fünf bis acht Zentimeter lange und zwei Zentimeter dicke, weiße Knollen, die mit ihren ringförmigen Einschnürungen an Raupen erinnern. Sie sind sehr knackig und zart. Sie schmecken nach einer Mischung aus Artischocke und Blumenkohl. Die Pflanze mag am liebsten humosen, gut gedüngten, lockeren Gartenboden. Im Frühling setzt man die Knollen zu je drei Stück in zehn Zentimeter tiefe Löcher. Diese Horste sollten 30 bis 40 Zentimeter voneinander entfernt liegen. Haltet die Pflanzen im Frühling gleichmäßig feucht. Danach machen sie kaum noch Arbeit, sondern wachsen mit ihren vierkantigen Stängeln bis zu einem Meter hoch. Die Knollen bilden sich erst im Herbst. Die Ernte beginnt ab Ende Oktober bis November. Zu kleine Knöllchen könnt ihr in feuchten Sand einlegen und als Pflanzgut für das nächste Jahr aufbewahren. Die großen Zieste esst ihr ungeschält entweder roh oder ihr bratet sie. Viel Spaß bei der Entdeckung dieser ungewöhnlichen Gemüsesorte.