Wilder Wein wird gerne zur Begrünung von Hausfassaden eingesetzt. Gerade im Herbst, wenn sich seine Blätter leuchtend rot verfärben, kann man sich nicht satt sehen an diesem Anblick. Doch muss man vorsichtig sein, denn Wilder Wein heftet sich oft so stark an die Fassade, dass es schwer wird, ihn ohne Schäden an der Fassade wieder zu entfernen. Am besten sollte man ihn an ein anderes Rankgerüst und nicht direkt an die Hauswand pflanzen. Außerdem ist es leichter an einem Rangerüst leichter, den Wilden Wein bei Bedarf zu schneiden - da kann man kaum was falsch machen.

Wilder Wein braucht einen Standort, der ausreichend feucht und gehaltvoll ist. Vor allem liebt er die Sonne, doch verträgt er auch Schatten oder zumindest Halbschatten. Bekommt der Wilde Wein, was er mag, dann legen sogar die jung Pflanzen flott los und wachsen ca. zwei bis drei Meter pro Jahr in die Höhe. Es wächst kein Schönlauber so schnell wie der Wilde Wein. Er ist leicht zu pflegen und beim Schneiden muss man nichts beachten. Auch nach einem totalen Rückschnitt treiben die Pflanzen bald wieder aus.

Es gibt zwei Arten von den sommergrünen Lianen, die Selbstkletternde Jungfernrebe und dann noch die Dreispitzige Jungfernrebe. Der Unterschied der beiden Reben ist nicht gerade schwer. Die Selbstkletternde Jungfernrebe besitzt ein fünfteiliges Blatt, die Dreispitzige Jungfernrebe hat dagegen ein dreilappiges Blatt. Die Gewöhnliche Jungfernrebe wird eher seltener genommen, sie ist der Selbstkletterende Jungfernrebe sehr ähnlich, obwohl die Gewöhnliche Jungfernrebe Ranken bildet.

Im Handel sind meist nicht die reinen Arten zu bekommen, sondern vielmehr Sorten zu finden. Zum Beispiel ist eine Sorte davon Engelmanii, er gehört zu den fünfblättrigen Arten mit einer imposanten Herbstfärbung. Die bewährte Auslese bildet sehr viel mehr Haftscheiben als die reine Art, daher ist die bewährte Sorte auch ein besserer Kletterer. Sie sollte dort zum Einsatz kommen, wo sie frei nach unten hängen kann. Masten, Baumkronen oder Gitterstrukturen wären genau das Richtige zur Begrünung.

Unter den vielen Dreispitzigen Jungfernreben ist die Veitchii besonders beliebt. Man nennt sie auch Mauerkatze wegen ihrer enormen Wuchskraft. Auch diese Sorte hat eine herrliche Herbstfärbung, und sie bildet viele Haftscheiben, womit sie sich auch auf fast jeden Untergrund festhalten kann. Die Veitchii hat dekoratives, glänzend grünes Laub, welches dicht an dicht sitzt, damit ist die Fassade dann flächendeckend geschlossen. Hobbygärtner finden hin und wieder die Sorte Green Spring mit frischgrüner Blattfärbung im Frühling und im Herbst.

Hausfassaden sehen im Herbst wunderschön aus, wenn sich der Wilde Wein über das ganze Gebäude zieht, doch die direkte Begrünung ist kritisch. Am rauen Putz finden die Haftscheiben leicht Halt und will man sie von der Hauswand lösen, bekommt man arge Schwierigkeiten, außerdem hinterlassen sie an der Hauswand Flecken. Es kann auch sogar vorkommen, dass sich der Putz löst, besonders bei einer Hauswand mit Dispersionsfarbe kann sich hin und wieder der Putz lösen. Die einzige wirksame Methode die Haftorgane los zu werden, isst dann das Abflammen mit einem Gasbrenner. Auch die Dächer können von Trieben betroffen sein, die sich zwischen die Dachziegeln gemogelt haben. So können sie die Dachziegeln anheben, oder sie können die Dichtungsbahnen beschädigen.

Besser ist zur Begrünung der Fassade die Gewöhnliche Jungfernrebe. Man bezeichnet sie auch als Wilder Rankenwein und das weil sie so gut wie keine Haftorgane bildet. Das beste ist wenn man ein Seilsystem fachgerecht an der Hauswand anbringt, so kann man die Pflanze nämlich an der Südseite in die Höhe geleitet werden. Sie bildet dann Ranken wo die Triebe in die Höhe wachsen, ist die richtige Höhe erreicht, dann hängen die Triebe wie eine Schleppe herunter. Im Herbst leuchten bereifte Beeren zwischen den roten Blätter hervor. Ein Anblick den man wohl nie vergisst.