Nicht nur das Wachstum der Kartoffelpflanzen hängt von der richtigen Dünung, sondern auch das Aroma und die Inhaltsstoffe der Kartoffelknollen. Deshalb hängt eine reiche und hochwertige Kartoffelernte neben den Bodenverhältnissen vor allem auch vom richtigen Dünger. Neben anderem geht es dabei um ein ausgewogenes Verhältnis der wichtigsten Komponenten, nämlich Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium.

Stickstoff fördert vor allem das Blattwachstum der Staude, erhöht aber auch die Zahl der Kartoffelknollen. Allerdings darf der Dünger auch nicht zu viel an Stickstoff enthalten: Sonst erhöht sich der Nitratgehalt der Knolle, das Kraut wird anfälliger gegenüber Krankheiten und das Gewebe der Knolle wird schwammig und die Knollen bleiben sind nicht längere Zeit lagerfähig.

Phosphat bewirkt einen höheren Stärkegehalt der Knollen. Dadurch werden die Kartoffelschalen fester, was wiederum die Pflanzen weniger anfällig werden. Während Stickstoff vor allem das Pflanzengrün, also die Laubblatt-Bildung fördert, steigert Phosphat die Blühwilligkeit und den Blütenreichtum der pflanzen – ich nehme an, dass das auch auf Kartoffelpflanzen zutrifft, habe darüber noch nichts gelesen.

Kalium steigert die Größe der Kartoffelknollen, außerdem ihren Gehalt an Vitamin C und verhindert die Verfärbung und Nachdunkelung der Kartoffeln beim Kochen.

Grundsätzlich gilt, dass Organische Dünger langsam wirken, sie sind Langzeitdünger, die Pflanze kann sich nach und nach soviel an Dünger holen, wie sie braucht. Organische Dünger werden deshalb bereits mit dem Legen der Kartoffelknollen ausgebracht.

Mineralische Dünger wirken dagegen sehr schnell. Sie werden deshalb erst dann ausgebracht, wenn nach der Keimzeit das volle Pflanzenwachtsum einsetzt – auf alle Fälle aber, bevor die Kartoffelpflanzen blühen. Daneben gibt es auch organisch-mineralische Dünger, die beide Effekte bewirken können.

Früher wurde allgemein Blaukorn als Volldünger auch für Kartoffeln empfohlen. Nach Expertenmeinung enthält dieser Dünger aber einen zu hohen Anteil an Phosphat. Da die meisten Gartenböden aber keineswegs phosphatarm sind, sondern meist bereits einen hohen Phosphatgehalt haben, ist solch ein phosphatreicher Mineraldünger für den Kartoffelanbau eigentlich nicht geeignet. Stattdessen sollte man beim Düngen auf einen phosphatarmen oder völlig phosphatfreien Dünger zurückgreifen, die aber genügend Kalium und Magnesium enthalten.

Viele unserer Kulturböden sind dagegen durch jahrzehntelange, intensive Nutzung ausgelaugt und enthalten zu wenig Stickstoffverbindungen. Wer im Biologischen Anbau organische Dünger verwenden will, sollte deshalb Hornspäne oder Hornmehl verwenden. Sie enthalten mit 10 bis 14% einen ausreichenden Stickstoffanteil, während rein mineralische Dünger meist bereits mit 21 bis 27% oft bereits einen für die Kultur von Kartoffeln zu hohen Stickstoffanteil haben. Wer auf die handelsüblichen Dünger verzichten will, kann stattdessen auch Gründüngerpflanzen als Vorkultur setzen, zum Beispiel Leguminosen (Hülsenfrüchtler, Kleesorten, Lupinen), die mit ihren Knöllchenbakterien, den Boden mit Stickstoff anreichern.

Wer im Garten selbst kompostiert und über gut abgelagerten, reifen Kompost verfügt, hat damit schon einen optimalen organischen Langzeitdünger zur Verfügung – und das auch noch gratis! Da der Gartenkompost reich an Nährstoffen ist, reicht beim Kartoffelanbau eine Gabe von 2 bis 4 Liter Komposterde pro Quadratmeter aus. Diesen Gartenkompost arbeitet man mit der Harke etwa 5 bis 10cm tief in den Gartenboden ein, und zwar noch bevor die Kartoffelknollen ausgelegt und gepflanzt werden.

Hat man keinen oder nicht genügend reifen Gartenkompost zur Verfügung, dann kann man stattdessen auch gut abgelagerten Stallmist nehmen. Da dieser aber wesentlich mehr Nährstoffe als der Kompost enthält, arbeitet man nur etwa halb soviel, also etwa 2 Liter in den Boden ein, und zwar bereits im Herbst. Das fördert zunächst einmal die Mikroorganismen und damit auch die Humusbildung im Boden. Und durch den Humus werden schwere Böden, z. B. Lehm, lockerer, und leichte, sandige Böden können besser das Wasser halten, bevor es ungenutzt im Untergrund versickert. Auf keinen Fall sollte einen noch frischen, erst halb verrotteten Stallmist im Frühjahr direkt vor der Kartoffelsaat ausbringen. Denn das könnte lediglich dazu führen , dass die Kartoffelpflanzen ins Kraut schießen, ohne dass dies den Knollen an Dicke und Anzahl zugute käme. Außerdem würde der Geschmack der Kartoffeln darunter leiden.