Kartoffeln sind mit ihren unterirdischen Knollen natürlich vor Schadinsekten weitgehend geschützt, am oberirdischen Kartoffelkraut machen sich natürlich Schadinsekten wie der Kartoffelkäfer natürlich zu schaffen.

Die eigentliche Probleme entstehen bei Kartoffeln aber durch den Befall von Pilzen, Bakterien und Viren. Die Knollenfäule, ausgelöst durch den Pilz Phythophthora infestans, in deren Folge in Irland Mitte des 19.Jahrhunderts eine schwere Hungersnot mit zig-tausenden Tausenden ausbrach, habe ich ja schon in einem Beitrag im August ( >http://forum.floristik24.de/threads/...Kartoffelfäule ) beschrieben.

Eine häufigere Bakterienkrankheit, die an Kartoffeln auftritt, ist der Gewöhnliche Schorf, ausgelöst durch Bakterien der Art Streptomyces scabies. Diese Bakterien befallen in der Regel nur die unterschiedene Pflanzenteile, also außer den Knollen, die Wurzeln, die Stolonen (also die Verbindungen zu den Tochterknollen) und die Wurzeln. Auf der Kartoffelknolle bilden sich braune, rissige und korkartig verdickte Flecken.

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Im Bild eine von Gewöhnlichem Schorf befallene Kartoffelknolle (Foto: Clemson University, USDA, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Dagegen bleibt das Kartoffelinnere ohne sichtbare Schäden, auf den Schnittfläche sind keine Flecken zu sehen. Der Befall ist lediglich ein ästhetisches Problem, die Kartoffeln sehen zwar äußerlich sehr unansehnlich, geschält sind diese Kartoffel aber völlig gesund, geschmacklich einwandfrei und können unbedenklich als Gemüse genutzt werden. Diese Bakterien sind aber auf ausreichend Sauerstoff für ihren Stoffwechsel angewiesen, also einen lockeren, gut durchlüfteten Boden – z. B. einen durchlässigen, trockenen Sandboden – der ja eigentlich ein optimal für Kartoffelkulturen ist. Schwere, lehmhaltige Böden sind dagegen schlechter durchlüftet. Außerdem hemmt eine saurer pH-Wert (<7) im Boden den Bakterienbefall. Daher sollte man bei Kartoffelkulturen möglichst den Boden nicht kalken, denn der Kalk verschiebt den pH-Wert in den alkalischen Bereich (pH>7). Dagegen wirkt einen hoher Anteil von Humus im Boden hemmend auf das Bakterienwachstum. Außerdem kann ausgiebiges Gießen während der Anlage der Kartoffelknolle dem Bakterienbefall vorbeugen.

Weitaus schwerwiegender sind die Schäden an Kartoffeln durch Virusbefall. Am häufigsten sind dabei zwei Viruskrankheiten, ausgelöst durch das sogenannte Potato Virus Y und das Blattrollvirus PLRV. Bei einem Befall mit dem Blattrollvirus beginnen sich die Laubblätter der Kartoffelpflanze zunächst im unteren Bereich der Staude zu rollen und dann hart zu werden, bis sich der Schaden bis den oberen Bereich der Pflanzen ausbreitet.

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Im Foto das typische Erscheinungsbild einer vom Blattrollvirus befallenen Kartoffelpflanze (Foto: William M. Brown Jr, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

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Im Bild sind die für den Befall von Potato Virus YNTN typischen Ringnekrosen zu sehen (Foto: Chrisvis 1, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Wie kann man dem Virusbefall vorbeugen? Prinzipiell durch Verwendung von Kartoffelsorten, die weniger anfällig sind, und durch jährlichen Wechsel von Kartoffelsorte und Anbaufläche. Die Viren können aber nur durch kleinere mechanische Verletzungen in die Blätter, Stängel oder Knollen eindringen. Oder sie werden durch stechend-saugende Insekten übertragen, vor allem durch Blattläuse – und unter diesen wiederum vor allem durch die Kreuzdornblattlaus und Pfirsichblattlaus. Da die Blattlausweibchen nur während ihres Fluges im Sommer auf der Suche nach geeigneten Wirtspflanzen die Viren auf das Kraut übertragen können, kann man die Gefahr einer Virusinfektion deutlich verringern, wenn man die Kartoffeln im Frühjahr vorkeimen lässt, um sie dann früher im Sommer wieder ernten zu können.