Die rote Farbe ist es, die der Tomate ihren außerordentlich hohen gesundheitlichen Wert verleiht. Das Rot entsteht nämlich durch Beta-Carotine und Lycopin, welches als Zauberwaffe gegen das Altern gilt. Zusammen mit Vitamin C beugt Lycopin dem Herzinfarkt vor, weil es Cholesterin-Ablagerungen in den Blutgefäßen verhindert. Sogar vor einigen Krebsarten soll es schützen. Wichtig zu wissen: Lycopin wird beim Erhitzen von Tomaten freigesetzt – also nichts wie her mit Suppen, Soßen und Ketchup! Aber nicht nur das Rote ist urgesund, alle Tomatensorten egal welcher Farbe, enthalten reichlich Vitamin C, Mineralien und bioaktive Substanzen. Nicht umsonst gilt Tomatensaft als naturgesundes Anti-Kater-Mittel. Das gehaltvolle Getränk gleicht den typischen Mineralienverlust nach Alkoholkonsum aus, und die fruchtige Säure lindert Brummschädel und Übelkeit. Tomatensaft hilft deshalb auch gegen Reisekrankheit.

Noch besser schmecken die Tomaten, wenn man sie selber anbaut. Kein Wunder, denn sie sind gesund und köstlich. Tomaten haben die ganze Welt erobert. Zugegeben, es hat einige Jahrhunderte gedauert, aber heute sind die saftigen süß-sauren Früchte die unangefochtene Nummer eins unter den Gemüsen. Es begann unspektakulär in den Anden, wo Wildtomaten mit johannisbeer- oder kirschgroßen, roten, gelben oder grünen Beeren heimisch sind.

Die Indios im Gebiet des heutigen Mexikos entdeckten die Früchte als Nahrungsmittel und bauten Tomaten bereits an, als die spanischen Eroberer die Neue Welt in Besitz nahmen. Vom Inka-Wort Tomatel, was prall geschwollen bedeutet, stammt der Name der gesunden Frucht. 1523 gelangten die ersten Tomaten-Samen nach Europa. Es müssen gelbe Sorten gewesen sein, denn das italienische pomodoro bedeutet Goldapfel. Die alte Welt tat sich aber erst einmal schwer mit der fremden Frucht, man hielt sie sogar für giftig. Was ja auch durchaus verständlich ist, denn Blätter und grüne Früchte enthalten Solanin, einen giftigen Stoff, und nur die bunten, reifen Früchte sind essbar. Da mussten sich erst einmal mutige Vorkoster finden. Die Neapolitaner waren die ersten im 16. Jahrhundert, die die Früchte kulinarisch entdeckten. Bereits im 16. Jahrhundert wurden dort Tomaten im großen Stil angebaut, wo sie kräftig gediehen in dem warmen trockenem Klima Italiens.

Von Neapel ging die Reise der Früchte nach Asien, Nordeuropa und später sogar nach Nordamerika. Besonders hartnäckig hielten die Völker nördlich der Alpen an ihren Vorurteilen fest, Tomaten würden sich nur als exotische Zierpflanzen eignen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach den Früchten in Deutschland an, heute verzehren wir 3 kg frische Tomaten pro Jahr, zusammen mit Ketchup und Tomaten-Soßen sind es 19 kg. Spanier und Italiener verbrauchen doppelt so viel.