Für viele Hobbygärtner und Köche sind Türkische Erbsen „böhmische Dörfer“. Kochgewohnheiten haben sich gewandelt und manche Köstlichkeiten aus früheren Zeiten gerieten in Vergessenheit. Bis ein neuer Trend altmodische Gemüsearten für Küche und Garten wiederentdeckte.

Früher waren die Gerichte in der Regel kalorienhaltiger, aber sie schmeckten auch. Dem berühmten Geschmack aus Omas Küche nachzuspüren macht Spaß. So erinnert man sich auch gerne an fast vergessene Gemüsearten, sät und pflanzt sie mit viel Begeisterung. Im Norden waren die Türkischen Erbsen schon fast in Vergessenheit geraden , dabei sind es gar keine Erbsen, sondern Buschbohnen. Die reifenden Samenkörner zeichnen sich deutlich auf den Hülsen ab, was wohl zur Namensgebung Anlass gab. Türkische Erbsen sind die Bohnen, die man unbedingt für das berühmte Gericht Birnen, Bohnen, Speck braucht, nach dem man sich an der Waterkant noch im die Finger leckt. (http://forum.floristik24.de/threads/...C+Bohnen+Speck).

Ihre Kultur bereitet keine sonderlichen Schwierigkeiten. An den buschigen Pflanzen wachsen zahlreiche fleischige, zehn bis zwölf Zentimeter lange Hülsen, deren besonderer Vorzug darin besteht, dass sie ungewöhnlich länger zart und verwendungsfähig sind. Die halbreifen Körner lassen sich auspahlen und mit den ersten weichen Sommerbirnen zusammen kochen.

Nach ihrer Einführung aus Amerika breitete sich die wohlriechende Nachtkerze wie selbstverständlich in Mitteleuropa aus, so dass sie heute als einheimische Wildpflanze gilt. Diese anspruchslose Pflanze nutzte vor allem die Streifen entlang der Eisenbahnstrecken und die Ränder der Straßen, um in alle Himmelsrichtungen vorzudringen. Für den Küchenzettel der Großeltern erwies sie sich als wertvoll, und gerade die Nachtkerze fühlt sich in Gebieten mit sandigen Boden so wohl. Andere Gemüse können dort nur mit Mühe kultiviert werden. Die hübsch blühende, zweijährige Nachtkerze öffnet ihre Blüten gegen Abend und lockt mit ihrem Duft zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten an.

Bald bilden sich in großer Zahl Samen, die noch im gleichen Jahr eine Blattrosette und lange fleischige Wurzeln entwickeln. Diese sind essbar und können den ganzen Herbst und Winter bis in das zeitige Frühjahr hinein gesammelt werden. Bei Beginn der Blütenentwicklung werden sie allerdings hart und so ist dann auch die Erntezeit vorbei. In der Küche werden sie wie Schwarzwurzeln behandelt und zubereitet. Man serviert sie übergossen mit einer weißen Soße. Man kann sie auch sehr fein raspeln oder in dünne Streifen schneiden, um sie dann als Selleriesalat anzurichten.

Die Nachtkerze isst nicht zu verwechseln mit der Rapunzel, einer Glockenblume, deren fleischige Wurzeln ebenfalls früher gesammelt und gegessen wurden. Sie passt ganz unkompliziert in Zier und Naturgärten, wo sie in Rabatten sehr lange blüht. Sie stellt im Gemüsegarten überhaupt keine Ansprüche und sie ist sogar mit Sandboden zufrieden, nur etwas Düngemittel oder etwas Kompost wünscht sie sich. Beliebt ist die Aussaat nach Frühgemüse, beispielsweise nach Kohlrabi, Salat oder Frühkohl. Man sät dünne Reihen von 20 bis 25 cm Abstand und vereinzelt in der Reihe später auf 16 bis 18 cm. Die Aussaattiefe sollte etwa 2 cm betragen. Ab April und Mai darf gesät werden, um besonders starke Wurzeln zu bekommen, empfiehlt es sich , beim Umpflanzen die entstandenen Seitenwurzeln zu entfernen.

Für unsere Vorfahren waren die Wintermonate keine unproduktive Jahreszeit. In ihren Gärten kultivierten sie vielfältige Gemüsearten und sobald die Witterung es zuließ, wurde geerntet. Eine besonders VitaminC-reiches Gemüse, welches fast das ganze Jahr über Erträge liefert, ist das Löffelkraut. Es entstammt der heimischen Wildvegetation, ist winterhart, anspruchslos und kann wie eine Staude über mehrere Jahre überdauern. Üblich ist jedoch die einjährige Kultur. Entweder wird zwischen August und Oktober gesät und den Winter über geerntet, oder die Aussaat erfolgt zeitig im Frühjahr mit der Ernte im Mai und Juni. Der Anbau im Sommer ist nicht ratsam, weil sie sich wie bei fast allen Wintergemüsen negativ auf den Geschmack auswirkt. Das kresseartige Aroma entwickelt sich am besten im Halbschatten und Schatten, sowie in den lichtarmen Monaten. Lecker ist die Verwendung als Salat oder als pikante Würze zu grünem Salat. Der botanische Name „officinalis“ weist darauf hin, dass das Löffelkraut als Arznei eingesetzt wurde, nämlich gegen Skorbut, die Vitamin C Mangel Krankheit.

Eruca sativa, die Salatrauke, in Italien Rucola, in Frankreich Roquette genannt, hat vieles mit dem Löffelkraut gemeinsam. Auch sie gehört zu den Kreuzblütlern und ist in Europa heimisch. Die Salatrauke ist völlig winterhart, sowohl im Sommer als auch im Winter kann sie genutzt werden. In lichtarmen Monaten ist ihr Aroma milder als im Hochsommer. Im Geschmack unterscheiden sich die beiden jedoch voneinander. Es lässt sich schwer zu beschreiben, etwa zwischen Erdnuss, Knoblauch und Kresse. Auf alle Fälle ist er sehr raffiniert und sehr zu empfehlen. Vermischen Sie einmal eine Handvoll Salatraukenblätter mit grünem Salat, dass Ergebnis ist erstaunlich und wird jeden Feinschmecker zufriedenstellen. Man kann die Salatrauke auch als Salat genießen. Mit einer Zwiebel, etwas Pfeffer, Essig, Öl und Salz, Tomatenscheiben und in Streifen geschnittenen Zucchini, das gibt einen sehr leckeren Salat.

Der Winterportulak liefert auch in den kalten Wintermonaten Erträge. Er ist frosthart und wächst bei geringsten Wärmegraden weiter. Der Anbau ist wie bei der Salatrauke, auch die Nutzung. Der Winterportulak ist nicht heimisch. Sein ursprünglicher Name Kuba-Spinat verrät damit seine Herkunft, nämlich Amerika. In den Niederlanden wo auch der Name Postelein entstand, war seine Bedeutung größer. Bei uns kannte man ihn zwar, aber offensichtlich wusste man nicht viel mit ihm anzufangen. Er hat einen milden Geschmack, spinat-ähnlich oder dem des Sommerportulaks angenähert, der sich jedoch botanisch vom Postelein unterscheidet und zu den Gewürzkräutern gezählt wird.

Feinschmecker genießen den Winterportulak meistens als Salat, die fleischigen Blätter verwendet man wie Spinat. Die Blätter sind wie Kelche geformt. Aus der Blattmitte heraus bilden sich schon im April Blüten, die zahlreiche Samen ansetzen. Dies ist der späteste Erntezeitpunkt, weil sich sonst überall im Garten die Samen ausbreiten. Vor allem in wintermilden Gebieten isst es schwer, sie wieder zu entfernen. Trotzdem ist der Winterportulak eine interessante Alternative für Herbst und Winter. Die Erwerbsgärtner haben ihn als geldbringende Kultur entdeckt und nutzen mit ihm energiesparend die winterlichen Gewächshäuser. Man kann den Samen in Reihen säen oder ihn einfach in Töpfchen säen und diese später im Abstand von 15 x 15 cm auspflanzen.

Alles was essbar war, kam früher auf den Tisch. Denn oft zwang blanke Not zum Ausnutzen aller Möglichkeiten. So entdeckte wohl jemand, dass sich auch der heimische Wegerich recht gut als Salat nutzen ließ, und so holte man den Wegerich in den Garten. So holte man ihn in den Garten zum Aussäen. Der Wegerich wird 25 bis 30 cm hoch und bringt zahlreiche fleischige, gezähmte Blätter hervor. Eine Herbstaussaat im August oder September, breitwürfig auf ein abgeerntetes Feld oder in Reihen in Frühbeetkästen, lässt noch im Spätherbst eine Ernte erwarten. Die Pflanzen sind winterhart so dass man sie bis in den Juni, wenn die Blüten erscheinen, ernten kann. Auch im Frühjahr ist eine Aussaat möglich, doch dann muss man damit rechnen, dass die fleischigen Blätter bei Hitze und Wassermangel schnell ledrig werden und ihren Geschmack verlieren.