Wer auch im Winter nicht ganz auf Gemüse aus eigener Kultur verzichten will und dafür kein Gewächshaus zur Verfügung hat, der sollte es einfach mal mit eine kleine Gemüsemischkultur im Kübel versuchen. Das ist nicht nur nützlich, sondern kann auch in Kombination mit Nutz- und Zierpflanzen sehr dekorativ gestaltet werden.

Welches Gemüse dafür infrage kommt, dass hängt nicht nur von den Standort- und Milieubedingungen ab, sondern auch von der Form und Größe des Pflanzkübels.

Als Standort eignet sich z.B. ein heller Platz im nur leicht temperierten Wintergarten bei Raumtemperaturen um 15 bis 18 Grad Celsius. Hat man genügend Grundfläche zur Verfügung, dann würde ich es mit einem würfelförmigen Pflanzkübel aus imprägniertem Holz von wenigstens 60 x 6cm oder mehr versuchen. Hat man reichlich Platz, dann käme vielleicht sogar ein gut isoliertes Hochbeet mit geschlossenen Seitenwänden aus Holz und eingehängter Folie dafür infrage.

Die Zusammensetzung des Pflanzsubstrats richtet sich natürlich u. a. Nach den Gemüsesorten, die man im Kübelbeet kultivieren will. Oft reicht normale Blumenerde, gemischt mit zwei bis drei Löffel organischem Langzeitdünger in Form von Düngerkügelchen. Ich mische außerdem noch Perlite oder Kokoshumus unter die Erde; das lockert den Boden auf, hält die Bodenfeuchtigkeit, ohne zu verklumpen oder dass sich Staunässe bildet.

Für den Hintergrund im Pflanzkübel nimmt man am besten eine kletternde Gemüsesorte, z. B. Zuckererbsen. Als Rankhilfe dient ein passendes Klettergerüst aus Bambusstäben. Je nach Sorte können die Zuckererbsenpflanzen mehr als 150cm in die Höhe klettern.

Davor kommt dann eine Reihe mittelhoher Gemüsepflanzen, z.B. Mangold, Roter Stielmangol ist eine besonders dekorative Sorte, die mit ihren dunkelgrünen Blättern und den roten Stielen und Blattadern einen schönen Kontrast bilden. Ich habe es stattdessen mit Blutsauerampfer probiert, der bleibt etwas kleiner, hat aber ebenfalls dunkelgrün glänzende Blätter mit roter Aderung. Davor kommen dann 1 oder 2 Reihen eines niedrigen, bunten Salates, z.B. Eichblattsalat, roter Eissalat oder Römischer Salat. Für den Vordergrund ist dann noch Platz kommt dann noch eine Reihe mit essbaren, niedrigen Blütenpflanzen, z.B. Hornveilchen.

Grundsätzlich sollte man für ein direktes Gemüsearrangement nur vorgezogene Pflänzchen nehmen; im Kübel selbst etwas auszusäen, macht wenig Sinn.

Bis die Pflänzchen „Fuß“, bzw. Wurzeln gefasst haben, muss das Substrat permanent feucht gehalten werden. Beim Gießen immer nur zwischen den Pflanzen oder an der Pflanzenbasis gießen, nie das Gießwasser über die Gemüsepflanzen plätschern lassen. Sonst bekommt man bald einen starken Mehltaubefall. Für stark zehrendes Gemüse gibt man einmal pro Woche noch etwas Flüssigdünger zum Gießwasser.

Bald nach den ersten Wochen kann mit der Ernte begonnen werden. Bei einigen Gemüsesorten wie dem Mangold und Eissalat kann man immer wieder die äußeren Blätter ernten, andere schneidet man mit der Schere stark zurück. Die Schoten von Zuckererbsen müssen im Gegensatz zu Schälerbsen früh geerntet werden, bevor die Schoten zu hart werden. Also nicht völlig ausreifen lassen!

Natürlich lassen sich auch andere Gefäße zur Winterkultur von Gemüsesorten verwenden. Z. B. eine ausladende Tonschale mit Abzugsloch, über dem einige Tonscherben gehäuft werden. Darüber kommt dann das Pflanzsubstrat. Als Gemüse wählt man schnell wachsende, klein bleibende Sorten wie Eichblattsalat, Eissalat und Römischer Salat in verschiedenen Rot- und Grüntönen. Hervorragend eignet sich auch ein altes Holzfass zum Bepflanzen, welches auch die nötige Standsicherheit für hohe Pflanzen bietet.

Wichtig ist ein heller, aber nicht zu warmer Platz mit Tageslicht.