Spitzmäuse sind keine Mäuse und gehören nicht zu den Nagetieren, sondern zusammen mit dem Igel zu den Insektenfressern. Und im Gegensatz zu den Mäusen und Wühlmäusen stehen alle einheimischen Spitzmausarten unter Naturschutz und dürfen nicht gejagt oder mit Hilfe von Fallen gefangen und getötet werden. Leider machen unsere Katzen da keinen Unterschied, wenn sie im Garten auf der Lauer liegen. Das ist verwunderlich, denn Spitzmäuse sind giftig, zumindest wenn sie selbst zubeißen.

Es sind nur drei von insgesamt acht einheimischen Spitzmausarten, die neben anderen Lebensräumen auch in unseren Gärten regelmäßig auftauchen. Spitzmäuse sind relativ einfach von echten Mäusen und Wühlmäusen zu unterscheiden. Sie haben einen lang gestreckten, flachen Kopf mit einer langen, rüsselartig verlängerten Nase und eine spitz zulaufende Schnauze. Das Fell ist dicht und kurz mit einer dunkelgrauen bis bräunlichen Oberseite und einer davon abgesetzten hellen Bauchseite. Die Augen sind klein, ebenso die Ohren. Spitzmäuse können schlecht sehen, sie orientieren sich im Gelände und um ihre Beute zu finden eher mit Hilfe ihres Geruchssinns und ihres Gehörs. Spitzmäuse ernähren sich von Insekten und anderen kleinen wirbellosen Tieren; im Garten sind sie eher nützlich als schädlich.

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Gartenspitzmaus (Foto: Sebastian Ritter, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Germany)

Die Gartenspitzmaus Crocidura suaveolens kommt vor allem in Süddeutschland und teilweise auch in Mitteldeutschland vor, im Norden fehlt sie jedoch. Denn sie ist recht wärmebedürftig und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum. Außer im Garten trifft man sie in Wäldern und buschigem Gelände an. Kopf und Rumpf haben eine Gesamtlänge zwischen etwas mehr als 5 und etwa 8cm, ihr Schwanz ist mit maximal 4,8cm im Vergleich zu den anderen beiden Spitzmausarten relativ lang. Im Aussehen ähnelt sie der Feldspitzmaus, bleibt jedoch etwas kleiner. Sie ist fast 24 aktiv, legt nur unregelmäßige Ruhepausen ein. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 2 Jahre. Die Weibchen bekommen 3 bis 4-mal pro Jahre bis zu 6 Junge. Sie sind bei der Geburt noch blind, öffnen aber nach 10 Tagen ihre Augen. Sie sind bereits im ersten Lebensjahr fortpflanzungsfähig.

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Feldspitzmaus, auch Zweifarbige Spitzmaus genannt (Foto: Dodoni, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Feldspitzmaus Crocidura leucodon wird mit einer Kopf-Rumpflänge von maximal 8,7cm etwas größer als die Gartenspitzmaus, hat jedoch einen deutlich kürzeren Schwanz. Der Schwanz ist teilweise mit silbrigen Härchen besetzt. Die Ohrmuschel sind vergleichsweise klein, ragen aber immer noch etwas aus dem Fell hervor. Der Kopf ist in Höhe der Ohren relativ breit und wird zur Schnauze hin kontinuierlich schmäler. Die helle Bauchunterseite ist deutlicher von der dunkel grau-braunen Oberseite abgesetzt als bei anderen Spitzmäusen. Die Feldspitzmaus besiedelt neben Gärten meist etwas offeneres Gelände als die Gartenspitzmaus, Z.B. Wald- und Feldränder, Wiesen, Äcker und Gebüsch. Zum überwintern sucht sie auch Gebäude auf. Die Weibchen bekommen in 2 bis 4 Würfen zwischen 3 und 9 Junge pro Jahr. Spitzmausarten sind zwar nicht einfach voneinander zu unterscheiden. Aber wenn man eine Spitzmauskarawane durch den Garten ziehen sieht – die Mutter vorneweg mit den Geschwistern hinterher, die sich in der Schwanzwurzel der Mutter und ihren Geschwistern festbeißen, dann handelt es sich meist um Feldspitzmäuse, obwohl ich das auch schon bei Waldspitzmäusen beobachtet habe. Die Feldspitzmaus ist zwar außerhalb der Paarungszeit ein ausgesprochener Einzelgänger, reagiert aber, wenn sie auf Artgenossen stößt, weniger aggressiv als andere Spitzmausarten.

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Hausspitzmäuse (Foto: Holger Casselmann, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Hausspitzmaus ist die größte der drei hier vorgestellten Spitzmausarten. Die Kopf-Rumpflänge kann bis zu 9,5cm, der Schwanz nochmals bis 4,6cm ausmachen. Sie wird auch doppelt so schwer wie die kleinere Gartenspitzmaus. Die Ohrmuschel gleicht der der Feldspitzmaus, die Schnauze ist aber schmäler. Im Gegensatz zur Gartenspitzmaus ist die Hausspitzmaus nur dämmerungs- und nachtaktiv.