Die filigranen Blütenstände der Schmetterlingsblumen können sich dem Vergleich mit manchen, entfernt ähnlich aussehenden Orchideen standhalten. Die mit mehr als 90 Arten recht große Gattung Hedychium gehört aber nicht zu den Orchideen, sondern zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Die meisten Arten stammen aus den Ausläufern des Himalaja, viele davon im indischen und chinesischen Teil. Außerdem gibt es einige Arten in Südostasien und auf Madagaskar.

Schmetterlingsblumen sind mehrjährige, immergrüne Stauden: Die Mehrzahl wächst am Boden, einige aber auch epiphytsch, also auf Bäumen ähnlichen den Bromelien und Orchideen. Die Blattscheiden der Laubblätter bilden einen Scheinstamm, ähnlich wie wir dies von Bananenstauden kennen. Hedychium bilden dickfleischige, knollenförmig gestauchte Rhizome, wie es sich für ein Ingwergewächs ja auch geziemt. Schmetterlingsblumen bilden eine langen, ährenförmigen Blütenstand. Die Blüten selber sind recht komplex zusammengesetzt. Sowohl die drei Kelchblätter als auch die ebenfalls drei Kronblätter bilden lange Röhren. Die Blütenkrone läuft in drei lange, dünne Kronlappen aus, die zurückgebogen sind.

Einen guten Eindruck von der filigranen Schönheit der Blütenstände vermittelt das erste Bild. Es zeigt die orange bis scharlachroten Blüten von Hedychium coccineum, im Englischen wird sie Red oder Scarlet Ginger Lily genannt. Ein deutscher Name fehlt noch, soviel ich weiß. Auch diese Schmetterlingsblume stammt aus dem indischen Teil des Himalaja-Gebietes. Die Staude kann bis zu 3m in die Höhe wachsen, ihre Laubblätter können bis zu einem halben Meter lang sein. Jeweils 2 bis 4 der rötlichen Blüten haben ein gemeinsames Tragblatt. Sie bilden einen dicht besetzten, bis zu 25 langen, ährenförmigen Blütenstand. Diese Schmetterlingsblume wird bereits in einigen Botanischen Gärten Europas erfolgreich kultiviert.

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Der kupferrote Blütenstand von Hedychium coccineum, aufgenommen im Botanischen Garten der Universität Zürich (Foto: Roland zh, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Das zweite Bild zeigt nicht den Blütenstand, sondern den Fruchtstand von Hedychium gardnerianum, dem sogenannten Zier- oder Schmetterlingsingwer. Diese Schmetterlingsblume hat einen ähnlichen Blütenstand wie Hedychium coccineum, allerdings sind die Blüten goldgelb und weiß gefärbt. Die Staude wird 2 bis 3m hoch, hat 25 bis 30cm lange Blütenähren, die einen angenehmen Duft verströmen. Der Fruchtstand setzt sich aus vielen orange rot gefärbten, fleischigen Samenkapseln zusammen. Diese Schmetterlingsblume stammt aus dem östlichen Himalajagebiet und kommt vor allem in Nepal und Sikkim vor.


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Fruchtstand von Hedychium gardnerianum (Foto: Forest & Kim Starr, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Hedychium horsfieldii im Botanischen Garten Dresden (Foto: Daderot, Public Domain). - Diese besonders schön gefärbte Schmetterlingsblume ist auf der Insel Java heimisch. Im Bild zu sehen ist auch hier nicht der Blütenstand, sondern der Fruchtstand mit den bereits aufgesprungenen, leuchtend orange gefärbten Samenkapseln und den fleischigen, leuchtend roten Samen.

Schmetterlingsblumen brauchen einen möglichst hellen und warmen Platz, am besten im Wintergarten. Im Sommer können sie als Kübelpflanzen aber auch nach draußen gestellt werden, z. B. auf einer geschützten Terrasse vor einer Südwand. Grundsätzlich gilt, je heller die Schmetterlingsblumen stehen, desto mehr Feuchtigkeit brauchen sie. Im Winter kann sie dunkler stehen, muss dann aber möglichst trocken gehalten werden.