Zecken, auch Holzbock genannt, sind alles andere als beliebt. Bei Waldspaziergangen, beim Pickinck auf der Wiese, aber natürlich auch im eigenen Garten, kann man von den fiesen Tieren befallen werden. Oft trifft es Kind und Haustier und man merkt es erst sehr spät oder durch Zufall, wenn man beim Streicheln von Hund oder Katze gegen einen harten Knubbel stößt. Das ist nicht nur eklig und lästig, die Bisse dieser Tiere können auch richtig gefährlich sein. Ein Zeckenbiss juckt intensiv und lange. Das ist ärgerlich, kann aber mit entsprechenden Gels und Salben gelindert werden. Schlimmer ist es, dass Zecken gefährliche Krankheiten übertragen können, darunter die Hirnhautentzündung, abgekürzt FSME genannt. Auch Borreliose übertragen die gemeinen Biester. Deshalb ist höchste Obacht angebracht. Auch jetzt, im September, sind die Biester noch sehr aktiv und können großen Schaden bei Mensch und Tier anrichten. Gegen die Hirnhautentzündung gibt es eine vorbeugende Impfung. Borreliose ist eine bakterielle Krankheit. Sie wird mit starken Antibiotika behandelt. Ab sieben Grad sind die Tiere aktiv, das heißt, wir werden auch in diesem Spätsommer noch eine Weile unsere „Freude“ an den Viechern haben. Nicht jede Zecke ist infiziert, das muss auch mal ganz klar gesagt werden. Panik ist nicht vonnöten. Dennoch solltet ihr das ganze Jahr über wachsam sein. Zecken lieben es, sich in hohem Gras aufzuhalten. So schön naturnahe Gärten sind, sie beherbergen doch neben vielen Nützlingen auch die gemeinen Biester. Auch im Unterholz hält sich der Holzbock gerne auf. Bevor sich die Tiere aber festbeißen, krabbeln sie oft stundenlang auf Haut und Fell herum, um die beste Stelle zu suchen. Das wird von Kindern und Tieren, oft auch von Erwachsenen, leider nicht oft bemerkt. Haben sie erst die ideale Stelle gefunden, saugen sie sich fest. Das sind oft Hals, Kniekehlen und Achselhöhlen. Ich empfehle euch, nach einem Waldspaziergang oder Spielen in der Natur die Kinder auszuziehen, die Kleider über der Badewanne auszuschütten und den Körper der Kinder, besonders natürlich die „gefährlichen“ und bei Zecken so beliebten Stellen, abzusuchen. Je länger ein Holzbock saugt – und er kann bis zu zehn Tage saugen – umso größer ist leider die Wahrscheinlichkeit, dass er Krankheiten überträgt. Wenn er nur wenige Stunden Gast bei uns ist, besteht kaum eine Gefahr. Mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte zieht ihr das Tier vorsichtig heraus und achtet darauf, dass der Kopf nicht drin stecken bleibt. Deshalb rate ich zu professionellen Zeckenzangen. Sie sind in Apotheken und bei Tierärzten preiswert zu bekommen und wirklich besser als Pinzetten. Merkt euch unbedingt die Stelle! Eine kleine Rötung nachdem die Zecke entfernt wurde, ist völlig normal. Doch wenn sich nach einigen Tagen bis zu vier Wochen eine Rötung, ein Ring oder eine Entzündung um die Einstichstelle bildet, ist das ein dringendes Warnsignal. Ihr müsst dann unbedingt zum Arzt und euch dort weiter behandeln lassen. Ich wünsche euch einen zeckenfreien Restsommer!