Vom Rosengelee bis hin zum Blütenkonfekt nach einem festlichen Menü, es ist gut, dass es wieder Duftrosen gibt. Duftrosen sind aus der frühsommerlichen Küche wegzudenken. Riecht eine Rose gut, dann schmeckt sie auch, vor allem die dunklen Rosen, die mit den dick-samtigen Blütenblätter versehen sind. Sie stärken das Aroma, außerdem sind sie vollmundiger im Geschmack als die hellen oder die halbgefüllten Blüten. In der Hitliste der tischfeinen Dufter stehen Damaszener Rosen wie „Rose de Resht“ , „Celsciana“ oder die Bulgarische Ölrose „Trigintipetala“ ganz oben.

In der Zuckerbäckerei verwenden Rosenköche gerne Gallica-Rosen wie die Sorte „Conditorum“ : Ihre Blüten munden etwas würziger als die der Damaszener–Rosen und sorgen damit für einen guten Kontrast zum Süßen.

Rosengourmets verfallen beim Versuch, ihre Lieblings – Rosenaromen zu beschreiben gerne in einen Jargon, der dem von Weinkennern ähnelt. Sie ordnen Moosrosen balsamisch harzige Aromen zu, finden bei Gallica–Rosen würzig intensive Nuancen, rühmen Damaszenerrosen für ihren reinen, schweren Geschmack, entdecken in Zentifolien erfrischend – würzige Eigenschaften, während Albarosen–Blüten eher lieblich auf der Zunge zergehen.

Moderne Rosen zeichnen sich durch eine neue Duftverbindung aus, die Kenner als feucht – grüne Note mit würzig – pudrigem Duft beschreiben. Ihr Bouquet gilt als weicher, weniger raffiniert und betörend wie das ihrer betagten Verwandten. Unter den neueren Züchtungen sind es vor allem die gelben und apricotfarbenen Rosen wie „ Abraham Darby“ und „ Golden Celebration“, die mit fruchtigem Odeur das Aromaspektrum der Rosen erweitern.

Wer auf Schnuppertour geht und Rosen an anderen Orten kennenlernt, sollte wissen, dass seine Auserwählten später im Garten womöglich etwas anders duften werden als dort, wo man sie zuerst für sich entdeckt hat. Denn ein und die dieselbe Rosensorte entwickelt ihren Duftcocktail an verschiedenen Standorten oft ein wenig anders. Ihr Gehalt an ätherischen Ölen ist vom Boden abhängig, beispielsweise duften Rosen im sandigen Boden schwächer als auf lehmigen Grund.

Auch die Unterlage, auf die veredelt wurde, spielt bei der Entwicklung ihres Aromaspektrums eine Rolle, ebenso wie de Intensität der Sonneneinstrahlung, die einer Rose zuteil wurde. Außerdem werden ätherische Inhaltsstoffe je nach Wetterlage unterschiedlich dosiert freigesetzt. In warmer, feuchter Luft, wie nach einem Sommerregen, entfaltet sich ein Duft besonders schwer und intensiv, während an nasskalten Tages Rosenduft kaum wahrnehmbar ist. Frisch geöffnete Blüten besitzen mehr wertvolle Inhaltsstoffe als ältere Exemplare, auch lohnt der frühe Erntegang am morgen, um sich möglichst viele ätherische Öle zu sichern, ehe diese ungenutzt in der Mittagswärme verdunsten.

Nach der Ernte bekommen kleine Tiere durch sanftes Ausschütteln der Blüten die Chance zur Flucht. Wer die gelben, etwas bitter schmeckenden Blütenansätze nicht mag, schneidet diese ab. Immer mehrere Rosenblätter stapelweise übereinander legen und die Ansätze mit einer Nagelschere in einem Schnitt entfernen.

Unbehandelte Rosenblätter verarbeitet man am besten zu Pesto, Sorbet, Chutney, Konfitüre, Likör oder Sirup. Das Zubereiten dieser Gerichte setzt Aromaschwaden frei, die laut Wissenschaftler Stress abbauen helfen und aufhellend vor allem auf die weibliche Seelenlage wirken - eine Erkenntnis, die Männer nicht davon abhalten soll, Rosen im Garten und Kühe zu genießen.