Obst und Gemüse in Bio–Qualität sind in aller Munde. Aber Pflanzen, die wir nicht essen, also Zierpflanzen, hatten es auf dem Bio-Markt bislang schwer. Inzwischen sind aber auch die Bio–Blumen im Anmarsch. Schnittblumen und Zierpflanzen für Haus und Garten verschlingen in herkömmlichen Gärtnereien mehr Chemikalien und Energie als das meiste Obst und Gemüse. Neben Pflanzenschutzmittel kommen häufig Wuchshemmstoffe zum Einsatz, die für kompakte, buschige Pflanzen sorgen. Viele Arten benötigen bei der Anzucht künstliches Licht und Wärme. Bio–Gärtnereien verzichten auf Chemie und bauen Sorten an, die möglichst wenig Energie verbrauchen. Die nötige Energie versuchen Sie aus Solar und Windkraft zu beziehen.

Bio-Gärtner führen robuste Sorten, die auch ohne Pflanzenschutzmittel gesund bleiben. Solche Blumen halten den Bedingungen in Haus und Garten
leichter stand, sie wurden in den Gärtnereien nicht unnötig verwöhnt, um vorübergehend auf dem Verkaufstisch zu glänzen.

Bio-Blumen legen selten lange, strapaziöse Transportwege zurück. Sie stammen aus der Region, in der sie vermarktet werden. Das schont die Umwelt und sichert Arbeitsplätze. Haben die Blumen Bioqualität, dürfen die Blüten von Rose oder Kapuzinerkresse unbesorgt im Salat oder im Entspannungsbad landen.

Wie Bio ist Bio? Wer das wissen will, muss eines wissen, um als Bio–Blume zugelassen werden, muss die Pflanze vom Samen über die Düngung bis zum Pflanzenschutz ökologisch herangezogen sein. Sind auf dem Markt von einer Art oder Sorte keine Bio–Samen oder Bio–Jungpflanzen erhältlich, darf der Gärtner auf konventionelles Ausgangsmaterial ausweichen – aber nur mit schriftlicher Genehmigung der Kontrollstelle und nur dann, wenn die Samen weder chemisch behandelt noch genetisch verändert sind.

Pflanzenschutz findet in Bio–Gärtnereien vor allem vorbeugend statt. Durch widerstandsfähige Sorten, viel Platz für jede Pflanze, stärkende Kräuterjauchen und die Mithilfe von Nützlingen. Chemische Pflanzenschutzmittel sind tabu. Für die Düngung lassen die Richtlinien nur organischen Stickstoff wie Hornmehl zu. Andere Nährstoffe können teilweise auch mineralisch verarbeitet werden, meist sind sie aber nur solche mit natürlichen Ursprung gestattet, etwa Magnesium aus dem Salz – Mineral Kieserit.

Bei Topfpflanzen erlaubt die EG – Bio – Verordnung Erden mit normalem Torfanteil, Demeter verlangt, den Torf um 25 % zu reduzieren, Bioland und Naturland fordern in normaler Blumenerde 50 % weniger Torf, in Anzuchterden 20 % weniger.