Frische Gemüse, Salate und Kräuter aus dem Garten und zwar von Januar bis zum Dezember. Sie meinen, das wäre ein verrückter Traum? Aber nein doch, das klappt sogar in unbeheizten Gewächshäusern und Folientunnels. Wer möchte das wohl nicht - knackige Feldsalate, reife Tomaten, büschelweise Basilikum und zarte Kohlrabis aus Eigenproduktion. Dreimal hintereinander kann man unter Glas verschiedene Gemüse– und Salatarten ernten, und dass ganz ohne Heizung. Der Trick besteht darin, den Platz geschickt durch Staffelung des Anbaus und durch Aussaat in Schalen und Töpfen optimal auszunutzen. Außerdem lässt sich die Wachstumssaison durch sorgfältiges Isolieren von Gewächshaus und Folientunnel deutlich verlängern.

Nicht einmal im Spätherbst herrscht Ruhe unter Glas. Wer im Herbst nichts gesät hat, kann den von Wind und Wetter geschützten Raum anderweitig nutzen: Kräuter wie Rosmarin, Currykraut oder Thymian, die zwar Frost vertragen, aber im Winter leicht an nassen Wurzeln zugrunde gehen, überleben dort mit trocknen Füßen. Das gilt ebenso für alle robusten Gehölze und Staude, die in Töpfen und Kübeln wachsen. Unter Glas warten sie - geschützt vor Strahlungsfrost, Sturm und Schnee - auf den Frühling. Allerdings muss man bei Sonnenschein viel Luft ins Haus lassen, sonst wird es den Pflanzen tagsüber zu warm werden.

Wer im Herbst Feldsalat und Co. ausgesät hat, kann jetzt regelmäßig Blätter schneiden. Nicht vergessen: Im Winter erntet man am besten nachmittags an einem sonnigen Tag. Dann enthalten die Blätter keine erhöhten Nitratmengen. Ein Gewächshaus mit einer Eindeckung aus Einfachglas oder Folie sollte nun mit Luftpolsterfolie isoliert werden, damit es bald kuschelig warm wird darinnen. Noppenfolie gibt es in verschieden Stärken im Gartencenter oder, passgenau auf das Gewächshaus zugeschnitten mitsamt Klammer, beim Gewächshaushersteller. Wichtig ist dabei, das ganze Haus rundherum dicht einzuhüllen.

Im Weinbauklima ab Ende Februar, wo anders ab März, wenn keine starken Fröste mehr drohen, kommen die robusten Kräuter, die unter Glas überwintert haben, wieder an die frische Luft, sonst treiben sie zu früh aus. Wer Pflanzen anziehen will, braucht Wärme, daher sollte ein Teil des Gewächshauses abgetrennt, sozusagen ein gut isoliertes Haus im Haus geschaffen werden. Das lässt sich mit Noppenfolie, extra breitem Klebeband und ein paar helfenden Händen bewerkstelligen. Das isolierte Abteil wird mit einem kleinem Gasöfchen oder einem Elektroheizlüfter erwärmt. Auch eine Pflanzlampe oder ein elektrisch beheizter Anzuchtskasten können an die Stromleitung angeschlossen werden.

Die Vorkultur der wärmeliebenden Sommergemüse wie Tomaten, Gurken, Auberginen und Paprika beginnt im Weinbauklima etwa ab Februar, in rauen Gegenden ab bis Ende März in den warmen Extras – Abteil oder auf einer sonnigen Fensterbank.

Salat, Rettich und Kohlrabi für den frühen Anbau zieht man diese in Aussaatkisten im ungeheizten Teil des Gewächshauses vor und pflanzt sie 4 bis 8 Wochen später im Gewächshausboden aus. Bis die Auberginen, Gurken oder Melonen ins Beet dürfen, sind diese schnellen Kulturen längst wieder abgeerntet.

Zwischen Ende April und Ende Mai füllen sich die Beete des Gewächshauses mit Südländern. Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen brauchen ein gut gelüftetes Haus. Gurkengewächse wie Salatgurken und Melonen lieben dagegen hohe Luftfeuchtigkeit. Es ist also nicht ideal, beide Familien im gleichen Gewächshaus anzubauen. Aber wer besitzt schon zwei Gewächshäuser oder ein Glashaus mit zwei Räumen? Also wird improvisiert, die Gurkengewächse bekommen den geschützteren Platz, während Tomaten und Co gerne vor der Eingangstür oder direkt unter dem Fenstern wachsen, wo ihnen stets ein Lüftchen um die Nase weht.

Ab September setzen Gurken, Melonen wie auch Auberginen kaum Früchte an und leiden oft unter Mehltau. So wird der Platz frei für die Herbst– und Winterkulturen. Der vorausschauende Gärtner hat bereits im August Kohlrabi, Salate, Endivien im Freiland oder im Frühbeetkasten ausgesät und kann die Lücken sofort mit kräftigen Jungpflanzen füllen. Die Tomaten liefern bis zum ersten Frost unter Glas prima Erträge. Paprika und Chili kommen sogar erst jetzt richtig in Schwung. Auf deren Plätzen lassen sich noch im Oktober Spinat, Kubaspinat oder Feldsalat aussäen oder pflanzen.

Der Boden unter Glas wird heftig strapaziert, meist isst er trockener als im Freien, und es herrschen höhere Temperaturen. Das bewirkt, dass sich der Humus rasch abbaut. Deshalb sollte man im Frühjahr immer verrotteten Kompost ins Gewächshaus schaufeln und die nackten Beete mit Rasenschnitt mulchen. Mischkulturen wie Tomaten, Basilikum, Gurken und Knollenfenchel, Kohlrabi und Spinat machen den fleißigen Bodenkulturen Freude. Eine richtige Fruchtfolge im Gewächshaus einzuhalten, ist aber schwer, denn im Sommer wachsen immer wieder Nachtschatten– und Gurkengewächse darin, außerdem können sich Pilzkrankheiten einnisten. Da hilft manchmal nur noch ein Bodenaustausch, wobei die Erde zwei Spatenstiche tief ausgehoben werden muss. Zudem sollte man in verseuchten Böden nur noch veredelte Gurken und Tomaten anbauen, da diese gesund bleiben.