Es gibt nicht viele Kräuter, deren Wurzeln so tief in die Vergangenheit reichen, wie die des Teefenchels (Foeniculum vulgare var. Dulce). Zarte Blüten sind rasch vergänglich, feste Samenkörner dagegen können unvorstellbar lange Zeiträume überleben. Sie übermitteln uns Nachrichten vom Medizinwissen untergegangener Kulturen und von Küchen, deren gemauerten Herde schon längst erloschen sind. Und der Teefenchel gehört zu diesen Geschichtenerzählern.

Seine harten Körner wurden bei Ausgrabungen aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend in Syrien gefunden. In ägyptischen Papyrusdokumenten und in antiken griechisch – römischen Quellen gibt es bereits Zeugnisse des heilsamen Krautes. Karl der Große ließ Fenchel auf seinen Landgütern anbauen und zur gleichen Zeit sang ihm der heilkundige Abt Walahfrid Strabo ein Loblied. Genau wie Hildegard von Bingen war er überzeugt, dass der Fenchel gut sei, wenn Schatten die Augen verdunkeln. Immer noch zeitgemäß ist die weit über 1000 Jahre alte Empfehlung des Walahfrid Strabo. Mit der Milch einer Mutterziege soll der Samen vom Fenchel die Blähungen im Bauch lindern und auch bei Verstopfung ist Fenchel verwendbar. Auch heute noch ist Fenchel als Bauchwehtee für Kinder und blähungsgeplagte Erwachsene genau so angesagt wie in uralten Zeiten.

Der Teefenchel erreicht eine stattliche Höhe von1,5 bis 2 m. Gesät wird er im Frühling ab April an Ort und Stelle ins Freiland. Mehr wie 2 bis 3 Samen - Körner braucht man nicht aus zu säen, denn die Pflanzen sind sehr ergiebig. Die Körner können gleich im richtigen Abstand von 40 bis 50 cm verteilt werden. Wer mehr sät, der kann sich den Fenchel trocknen und als Würze in der Küche verwenden.

Fenchel gehört zu den ausdauernden Pflanzen, bleibt aber unter ungünstigen Bedingungen manchmal nur zwei Jahre am Leben. Das Kraut bildet eine starke, tief reichende Pfahlwurzel aus und ist deshalb schwer zu verpflanzen. Wo die würzige Staude einmal Fuß gefasst hat, sät sie sich von alleine aus, weil man es nicht schafft alle Samen zu ernten, bevor einige ausfallen.

Teefenchel braucht tiefgründigen, nährstoffreichen und feuchten Boden für seine starken Wurzeln. Blätter und Blüten brauchen viel Sonne und Wärme, damit sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem ihre ätherischen Öle, entwickeln können. Die Dolden sollten im Spätherbst geerntet werden und zwar bei warmen Wetter, wenn sich die Körner braun färben. Zur Aufbewahrung kommen sie in ein Schraubglas.

Teefenchel lindert Bauchweh, er wirkt entkrampfend im Magen - Darmbereich. Mit Honig gesüßt, hilft er bei Husten und Bronchialbeschwerden.
***Zensur Admin***