Für halbschattige bis schattige Plätze mit einem frischen bis leicht feuchten, aber trotzdem durchlässigen Boden gibt es eine besonders große Auswahl an passenden Bodendeckerpflanzen. Doch nicht als, was der Gartenfachhandel als Bodendecker ist auch wirklich uneingeschränkt dafür geeignet. Kriterien für eine Pflanze, die als Bodendecker geeignet ist, sind für mich, dass sie wirklich ganzjährig eine geschlossene, lückenlose Pflanzendecke bildet und das sie robust, wenig anfällig für Schädlinge und Pflanzenkrankheiten und pflegeleicht ist.

Nahezu ohne Einschränkungen ist der Japanische Ysander Pachysandra terminalis zu empfehlen. Er wird auch treffend Schattengrün genannt. Gebräuchlich ist auch Dickmännchen für diesen kleinen Halbstrauch, der erstaunlicherweise zur Familie der Buchsbaumgewächse gehört, auch wenn er dem Buchs überhaupt nicht ähnlich sieht.

Ein Nachteil ist allerdings, dass der Ysander nur sehr langsam heranwächst. Er bildet zwar mit der Zeit viele Ausläufer, aber bis sich daraus eine geschlossene Pflanzendecke bildet, das dauert lange. Erst dann kommen Unkräuter zwischen den anfänglichen Lücken nicht mehr hoch. Oder man pflanzt den Ysander von vorneherein sehr dicht, d.h. 8 bis 10 Pflänzchen pro Quadratmeter. Bei einem Stück von etwa 2 € kann das für größere Fläche recht teuer werden.

Ysander hat dicke, ledrige, sattgrüne Blätter; auch das Stämmchen ist fleischig dick und verholzt mir der Zeit von der Basis her, gehört deshalb zu den sogenannten Halbsträucher, die botanisch gesehen zwischen Stauden und Sträuchern einzuordnen sind. Die Blütezeit des Ysanders beginnt bei uns in Mitteleuropa im April. Ysander bildet endständige, kleine ährenartige Blütenstände mit weißen Blüten.

Eine weitere Einschränkung des Ysanders besteht darin, dass er in allen Pflanzenteilen giftig ist, und zwar sowohl für Kleinkinder, die von den aus den Beerenfrüchten angelockt werden könnten, als auch für viele Haustiere. den Blüten. Und beim Umgang mit der Pflanze auf alle Fälle Gartenhandschuhe tragen. Leider verschweigen die meisten Gartenfachhändler, die den Japanischen Ysander anbieten, dass die Pflanzen giftig sind. Ich selbst habe es auch nur eher zufällig erfahren. Leider gibt es immer noch keine Deklarationspflicht für solche giftigen Pflanzen im Handel!

Ebenfalls empfehlenswert und mein absoluter Favorit ist das Pfennigkraut Lysimachia nummularia, das hatte ich ja schon in einem früheren Beitrag fürs Forum vorgestellt (> http://forum.floristik24.de/threads/...t-unterschätzt ). Es wächst am besten im lichten Schatten; je heller und sonniger der Platz ist, desto mehr Wasser braucht es, da es einen permanent frischen bis feuchten Boden braucht.

Gute Dienste als Bodendecker-Pflanzen bilden auch die sogenannte Golderdbeere Waldsteinia ternata wird 10cm hoch und breitet sich durch Ausläufer und bildet auf diese Weise schnell eine geschlossene Pflanzendecke. Außerdem ist sie immergrün, behält also auch im Winter ihr Laub – eine wichtige Voraussetzung um das ganze Jahr hindurch eine lückenlose Pflanzendecke zu bilden und damit Unkraut gar nicht erst aufkommen zu lassen. Als Standort braucht es einen lichten Schatten mit einem humusreichen, mäßig frischen bis trockenen, aber gut durchlässigen Boden. Es eignet sich gut als Bodendecker unter größeren, lichten Gehölzen. Die Staude braucht kaum Pflege; einmal pro Jahr eine frische Kompostgabe als Dünger, das reicht völlig aus. Golderdbeere heißt sie übrigens, weil sowohl die gelben Blüten als auch ihre Blattform denen der Gartenerdbeere ähneln. Es gibt eine Schwesterart Waldsteinia geoides, die sich allerdings kaum als Bodendecker eignet. Erstens wird sie rund 25cm hoch und bildet Horste, statt Ausläufer. Damit lässt sich keine geschlossene Pflanzendecke erzielen.

Auch die Goldnessel Lamium galeobdolon leistet als Bodendecker an halbschattigen bis schattigen Plätze hervorragende Dienste. Die Naturform wird allerdings mehr al einen halben Meter hoch. Besser geeignet sind die panaschierten oder weiß gefleckten Zuchtformen, sie bleiben wesentlich kleiner und lassen sich auch besser in Schach halten, da sie nicht so lange, unterirdische Ausläufer wie die Naturform bilden. Außerdem bleibt sie auch im Winter grün. Ich habe die panaschierte Goldnessel jahrelang in einem früheren Garten in einem Schattenplatz zwischen einem Bergahorn und einem alten Pflaumenbaum zusammen mit Wurmfarn gehalten und damit gute Erfahrungen als Bodendecker gemacht. Allerdings muss man die Goldnessel hin und wieder auslichten und die über den vorgesehenen Platz hinauswachsenden Ausläufer kappen. Die Goldnessel braucht einen humusreichen, feuchten, aber sehr lockeren Boden.

Gute Lückenfühler sind auch die verschiedenen Arten des Lungenkrautes. Vom heimischen Lungenkraut Pulmonaria officinalis gibt es Sorten mit weiß gefleckten Laubblätter. Besonders im Frühjahr wirkt es mit seinen erst rosa, später blau gefärbten Blüten sehr dekorativ. Es ist ausgesprochen pflegeleicht, braucht aber ein halbschattigen Platz mit einen trockenen bis frischen Boden, der niemals staunass werden darf. In der prallen Sonne rollen sich die Blätter bald ein und vertrocknen. Auch diese Staude ist immergrün, behält also den Winter hindurch ihr Laub. Wenn an im Frühjahr zurückschneidet, wächst dann umso schneller und üppiger wieder zu einer geschlossenen Fläche heran. Wer einen naturnahen Schmetterlings- und Bienengarten angelegt hatte, der sollte unbedingt auch das Lungenkraut anpflanzen, denn im Frühjahr ist es mit seinen frühen Blüten eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen.