Jetzt ist die Zeit, in der alle Sommerblüher, egal ob Stauden oder die Einjährigen, Gehölze oder Ranken, Kräuter oder Wucherer, ihr Bestes geben. Sonnenhungrige wetteifern sie in Form und Farbenvielfalt und verhüllen nackte Erde mit einer blühenden Decke. Was kann schöner sein als in einem üppigen Blumengarten eine Arm oder Korb voll dieser bunten Beetbewohner zu pflügen.

Nicht jeder möchte seine Schmuckrabatte plündern, doch lässt sich hier und dort sicher eine Blüte räubern, die den Garten nicht ärmer macht. Entdecken Sie auch die ungeahnten Reize der bei Gartenarbeiten abgeschnittenen Blumen. Zuvor hatten sie vielleicht das Gemüse stark bedrängt oder wollten Wege überwuchern, jetzt verhelfen sie einer alten Tasse zu neuer Ehre.

Entpuppt sich Ihr Garten nicht als unerschöpfliche Quelle für Ihre Traumsträuße, dürfen Sie nicht gleich verzagen. Holen Sie sich nach und nach alle Lieblingsblumen in den Garten. Ein jeder Strauß wird Sie auf neue Ideen bringen, die Sie bestimmt auch bei der Gartengestaltung einfließen lassen.

Gartenblumen geben Ihnen viel mehr Freude, als sie an Pflege benötigen. Als ausdauernde Geschöpfe blühen die Stauden von Jahr zu Jahr in Hülle und Fülle, egal ob ausgesprochene Schmuckstauden wie zum Beispiel Phlox paniculata und die Prachtscharte Liatris spicata, oder Wildstauden wie robuste Storchschnabelsorten, Frauenmandel und unkrautverdrängende Knöterichpolster.

Besonders reich und gesund gedeihen diese Farbwunder, wenn Sie den Boden des Blumenbeetes regelmäßig auflockern und die Wildkräuter im Zaum halten. Im Frühling verhilft etwas Kompost, Hornmehl, Hornspäne oder Pflanzenjauche den Stauden zu einem kräftigen Wachstumsstart. Eine Gabe diese organischen Dünger versorgt die Pflanzen während der ganzen Blütezeit mit Nährstoffen.

Wer es gut mit seinen Blumen meint und ihnen laufend viel stickstoffhaltige Dünger wie Kompost oder Pflanzenjauche zur Verfügung stellt, wird das Nachsehen haben. Die Pflanzen werden mastig und weich, die Stängel knicken ein oder fallen um, ihre Blüten halten in der Vase nicht lange. Nach der Hauptblüte sind die Stauden aber wieder für eine Nachdüngung mit Pflanzenjauche dankbar.

Geben Sie ihrem Garten ergänzend zu den ausdauernden Gewächsen mit ein und zweijährigen Sommerblühern jedes Jahr ein neues Gesicht,probieren Sie neue Farbspiele aus oder gewinnen Blumen zum Schneiden. Viele Einjährige können Sie vom Frühjahr bis Sommer direkt an Ort und Stelle aussäen. Sie eignen sich hervorragend, Lücken in Staudenbeeten und Gemüsebeeten zu füllen.

Kommen wir zu den Ringelblumen, die mit ihren kleinen Blütensonnen wirken zusätzlich gesundend auf strapaziertem Boden, ebenso die Studentenblumen (Tagetes) und Kapuzinerkresse. Einjährige sind anspruchslos und brauchen nicht extra gedüngt zu werden. Genauso wie die zweijährigen Farbtupfer wie Bartnelke, Malve und Nachtviole an den Boden. Sie werden im Frühsommer gesät und im Herbst dorthin verpflanzt, wo sie im Folgejahr blühen sollen.

Verblühen die Gartenblumen, beginnen sie, Samen auszubilden. Sie benötigen ihre ganze Kraft, hören auf zu wachsen. Ein- und Zweijährige sterben ab. Und das mitten im Sommer. Wer nun zur Schere greift, tut seinen Zöglingen Gutes. Entfernen Sie trockene und welke Blütenreste möglichst bald, lange Stiele von Margeriten schneiden Sie ganz ab.

Die Pflanzen sollten nun gekürzt werden und zwar um ein Drittel. Nach dem Schnitt sprießen die Pflanzen noch viel reichlicher als zuvor und hüllen sich erneut in ein üppiges Blumenkleid. Rittersporn ist ein schnell Sprießer nach dem Schnitt und treibt zu neuen Flor aus. Ein Schnitt frischer Blumen für die Vase wirkt auch positiv. Also keine Scheu, es gibt genug Materialien im Garten um einen kunstvollen Blumenstrauß zusammen zustellen.

Auch Einjährige wachsen nach einem Schnitt mit neuer bunter Kraft, ebenso die Zweijährigen, die sogar als Mehrjährig bis ins nächste Jahr überdauern können. Zögern Sie getrost auch Blütenzeiten hinaus, wenn Ihre Lieblingsblumen gerade zur Reisezeit blühen wollen. Kürzen Sie dazu die knospigen Blumen um ein Drittel ein. Besonders Phlox, Sonnenbraut oder Herbstastern nehmen Ihnen eine solche Bremse nicht übel.

Im Herbst schneiden Sie möglichst zeitig alle reichblühende Stauden bis auf den Boden zurück, damit sie eigene Triebknospen für das nächste Jahr anlegen können. Bei so vieler Pflege werden Ihnen reichlich Schnittblumen aus dem eigenen Garten sicher sein. Arrangieren Sie die Blüten in der Vase so, dass ihre natürliche Wirkung erhalten bleibt. Ton in Ton-Kombinationen wirken wunderschön harmonisch, wie zum Beispiel Gelbtöne von Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Rudbeckien, Schafgarbe, Frauenmantel, Dillblüten, Nachtkerzen und Geißblatt.

Bei einem bunten Strauß geben Sie am besten einer Farbe die Leitfunktion, damit sich die Blumenfarben nicht gegenseitig erschlagen. Helles Rosa von Knöterich und Phlox, zartes Gelb-Grün des Frauenmantels und die blauen Kornblumen unterstreichen kräftiges Rot wie das des Mohns.

Wuchsform und Höhe der Pflanzen behalten Sie auch im Strauß bei: Hohe Blüten wie von Eisenhut und Königskerze stehen auch im Strauß über niedrigeren Blüten wie Margeriten, dominante Blüten vergleichbar einzelnen Rudbeckienblüten stellen Sie gegenüber feingliedrigen Beetgesellen in den Mittelpunkt. Das gewisse Etwas erzielen Sie, in dem die Blütenranken von Clematis und der Geißschlinge verspielt um den Strauß platziert werden oder indem sie in den Strauß hinein gebunden werden.

Ein Hauch von Bauerngarten bringen Sie mit Hortensienblüten in Ihr Arrangement. Soll es fruchtig sein, dann steckt man Johannisbeerzweige mit reifen Trauben oder Ruten mit halbreifen Brombeerfrüchten in Ihren Strauß. Ebenso hübsch sehen Erdbeerranken aus, die dann lustig von der Vase baumeln.