Es ist gar nicht so einfach, die richtige Luft- und Bodenfeuchtigkeit im Gewächshaus zu halten in Kombination mit Wärme und Licht. . Doch Wasser ist sowohl im Boden als auch in Form von Luftfeuchtigkeit als ein wesentlicher Milieufaktor auch im Gewächshaus für die Pflanzen lebenswichtig.

Relativ unkompliziert kann für die Wasserversorgung im sogenannten Kalthaus gesorgt werden. Dazu reicht in aller Regel ein Wasseranschluss in unmittelbarer Nähe oder im Gewächshaus und ein Gartenschlauch, mit dem man die pflanzen während der Vegetationszeit zwischen Frühjahr und Herbst bewässern kann. In den Wintermonaten wird die Wasserzufuhr still gelegt, den Wasserhahn lässt man offen. So kann die Wasserleitung im Winter nicht einfrieren und das Wasserrohr platzen. Die im Kalthaus überwinternden Pflanzen brauchen nur wenig Wasser, und das kann man mit der Gießkanne aus dem Haus holen.

Komplizierter wird es mit der Wasserversorgung im sogenannten Warmhaus, einem im Winterhalbjahr temperten oder auch ganzjährig beheizten Gewächshaus. Dann benötigt man das ganze Jahr hindurch größere Mengen an Wasser. Dann lohnt sich ein Wasseranschluss, der in einer Tiefe von bis zu einem Tiefe im Boden frostfrei bis ins Gewächshaus verlegt wird. Bevor dies Wasser aus der Leitung zum Gießen genutzt werden kann, muss es auf wenigstens 16 bis 18 Grad Celsius erwärmt werden, damit die Pflanzen beim Wässern keinen Kälteschock bekommen. Am einfachsten ist, dass Leitungswasser in einen Behälter zu füllen und stehen zu lassen, bis es sich auf Raumtemperatur erwärmt hat.

Schließlich erweist es sich als sehr praktisch, wenn man nicht nur einen Wasserzufuhr im Gewächshaus hat, sondern auch einen Gulli mit Kanalanschluss, indem sich überschüssiges Wasser sammeln kann und abgeleitet wird. So lassen sich hin und wieder Arbeitstische, Regale und geflieste oder betonierte Wege und Flächen im Gewächshaus gründlich mit dem Wasserschlauch abspritzen und reinigen, ohne dass es zu Überschwemmungen kommt.

Einen solchen Wasser- und Kanalanschluss nachträglich einzubauen, ist natürlich mit wesentlich mehr Aufwand und vielleicht auch höheren Kosten verbunden, als wenn man die Wasserversorgung von vorneherein einplant und bei Größe, Art und Aufbau des Gewächshauses berücksichtigt.

Leitungswasser - bis auf Trinkwasserqualität gereinigt – hat heutzutage natürlich seinen Preis. Man zahlt ja mit jedem Kubikmeter aus der Leitung nicht nur fürs Wasser, sondern auch gleichzeitig für die Abwassergebühren. Aber reines Leitungswasser ist fürs Wässern von pflanzen auch meist gar nicht nötig. Wenn es zu hart ist oder gar gechlort ist, kann es den Pflanzen sogar schaden. Sauberes Regenwasser, das weich und leicht sauer ist, eignet sich viel besser als Leitungswasser zur Wasserversorgung der Pflanzen im Gewächshaus. Außerdem ist es gratis – 'mal abgesehen von den Kosten für die Installation für Regenrinnen, Fallrohre, Filter und Regentonne. Der Fachhandel bietet auch für das Gewächshaus die jeweils dazu passenden Regenwassersammelrinnen und das Zubehör an. Benötigt man größere Mengen an Gießwasser, wenn man beispielsweise mehrere Gewächshäuser oder ein großes Gewächshaus betreibt, dann lohnt sich vielleicht sogar eine Regenwassersammelanlage für das Haus, in der das aufgefangene Regenwasser in einer in den Boden eingelassenen Zisterne oder in einem Erdtank gesammelt wird. War es im Sommer lange Zeit trocken, bevor der Regen wieder eingesetzt hat, dann hat sich auf dem Dach viel Staub angesammelt. Damit mit dem Wasser kein Feinstaub oder gar Schadstoffe mit ins Gießwasser gelangen können, empfiehlt sich ein Regenablauf mit einem automatischen Schmutzwasserablauf. Sehr wichtig ist es außerdem, dass Regenrinne und Fallrohre nicht aus Kupfer bestehen: Denn mit dem leicht sauren Regenwasser können sich immer wieder winzig kleine Kupferpartikel lösen und im Boden für die Pflanzen giftige Kupferverbindungen eingehen. Aus dem gleichen Grund sollte man auch auf verzinkte Rohre und Leitungen verzichten. Geeignete sich Rinnen und Rohre aus stabilem, UV-beständigem Kunststoff (die preiswertere Variante) oder Edelstahl (das hat allerdings seinen Preis!). Mancher empfiehlt auch Aluminium – ich aber nicht. Denn Aluminium ist zwar rostfrei, aber nicht korrosionsbeständig. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass es zum Beispiel in der salzhaltigen Luft auf Inseln im Meer direkt in Strandnähe bald korrodiert und sich an den Scharnieren und in den Ecken ein türkisfarbenes Aluminiumsalz bildet.

Noch wichtiger als im Freiland ist es im Gewächshaus, dass man das Gießwasser nicht einfach über die Pflanzenblätter plätschern lässt, sonder nur den Boden an der Pflanzenbasis bewässert. Denn im Gewächshaus trocknet das nasse Pflanzenlaub schlechter ab als im Freien und bildet schnell den Nährboden für Pilzbefall und Blattkrankheiten. Gießt man von Hand, dann sollte man das Wasser fein dosiert auf den Boden brausen und nicht etwa mit einem konzentrierten Strahl oder einem heftigen Schwall. Sonst wird das Erdreich rund um die Pflanzen weggeschwemmt. Optimal wäre natürlich eine automatische Matten- oder Tröpfchenbewässerung. Für welches System man sich entscheidet, das hängt natürlich von der Art der Pflanzen und ihrer Anordnung im Gewächshaus ab.

Genauso wichtig wie eine gut dosierte Bewässerung ist auch eine optimal auf die Pflanzen abgestimmten Luftfeuchtigkeit. Um dies zu kontrollieren, ist eine kleine Wetterstation in Pflanzenhöhe mit Thermo- und Hygrometer im Gewächshaus sehr wichtig. Verständlicherweise benötigen Pflanzen aus dem tropischen Regenwald, sowie die meisten Farne und Epiphyten eine höhere Luftfeuchtigkeit als beispielsweise Kakteen und andere Sukkulenten. Auch Gewächshäuser, die in erster Linie zur Anzucht von Saatgut und zur vegetativen Vermehrung mit Hilfe von Stecklingen, Abmoosen u. ä. genutzt werden, brauchen eine feuchte Atmosphäre. Es gibt spezielle, für Gewächshaus und Wintergarten geeignete Luftbefeuchter oder auch komplette Nebelsprühanlagen. Leider sind nicht nur die Gewächshauspflanzen auf eine bestimmte Luftfeuchtigkeit angewiesen, sondern auch zahlreiche Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Ist die Luft sehr feucht, dann besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet oder Rostpilze auf den Blätter breit machen; ist die Luft zu trocken, dann fühlen sich vor allem Spinnmilben im Gewächshaus wohl.

Da Wintergärten und Gewächshäuser wenigstens zeitweise eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen können, gelten sie technisch als Feuchträume. Deshalb müssen also offen verlegten elektrischen Leitungen, Steckdosen und Geräte Feuchtraum-geeignet und feuchtigkeitsgeschützt sein.
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