Eigentlich werden in der Regel veredelte Obstbäume gekauft, denn nur so hat man auch die Gewähr, dass der Baum sortenecht ist. Diese ist gegeben, weil die Baumschule ihre Bäume vegetativ, also ungeschlechtlich vermehrt. Dabei veredelt sie auf eine artgleiche oder ähnliche, wilde Unterlage ein Edelauge oder ein Edelreis der gewünschten Sorte. Die generative Vermehrung (Vermehrung aus Samen) bietet dagegen eine solche Sicherheit in keiner Weise, weil vor der Samenbildung zur Zeit der Blüte eine Kreuzung stattgefunden haben kann.

Lediglich die Sämlinge einiger Pfirsichsorten bringen Nachkommen hervor, die einigermaßen echt sind, also zu einem vertretbaren Prozentsatz der Muttersorte entsprechen. Sie sind deshalb ein durchaus brauchbares Experimentierobjekt für Hobbygärtner, die Freude daran haben, einmal im Leben einen Obstbaum selbst heranzuziehen. Allerdings darf man die Erwartung nicht zu hoch schrauben, Überraschungen und Enttäuschung müssen eingeplant werden.

Die Chancen, dass der künftige Pfirsichbaum einmal Früchte tragen, die denen der Muttersorte entsprechen oder zumindest nahekommen, sind am größten, wenn die Samen der Sorte „Roter oder Weißer Ellerstädter“, sowie „Kernechter vom Vorgebirge“, verwendet werden. Leider sind diese weiß-fleischigen Sorten jedoch nur noch selten in den Gärten anzutreffen. Also greift man zu den modernen gelbfleischigen Pfirsichen. Leider ist diese Sorte sehr anfällig gegen die heimtückische Kräuselkrankheit.

Der erste Schritt zur Aussaat ist das Sammeln und Präparieren des Saatgutes. Hierfür naht jetzt der richtige Zeitpunkt, denn die in Frage kommende Sorten sind alle spätreifend. Da die Keimfähigkeit der Samen in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent liegt, sollte man nicht so kleinlich beim Sammeln sein. Nach dem Sammeln, legt man die Steine für einige Stunden ins Wasser. Danach müssen auch die letzten Fruchtfleischfasern noch von der Schale gebürstet werden. Die Narben und Vertiefungen werden ebenfalls picobello gesäubert und dann können die Walnüsse alle an der Luft getrocknet und danach luftig aufbewahrt werden.
***Zensur Admin***
Bevor ein Pfirsichsamen im Boden anfängt zu keimen, vergehen einige Monate. Frei im Garten ausgesät, wäre er in dieser Zeit vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Deshalb soll dem eigentlichen Auslegen eine Vorkeimung vorausgehen. Man nennt die Phase „Stratifikation“. Sie dient der Brechung der den Samen eigenen Keimhemmung. Hierzu legt man etwa im November die Pfirsichsteine lagenweise in große Blumentöpfe, kleine Schalen oder ähnliche Gefäße. Als Zwischenlage verwendet man am besten Sand. Die Gefäße sollten dann in einem kühlen Keller ihren Platz finden. Die Gefäße müssen auch feucht gehalten werden, aber nicht nass.

Bis zur eigentlichen Aussaat müssen die Gefäße von Zeit zu Zeit kontrolliert werden. Je weiter die Stratifikationszeit voranschreitet, um so häufiger muss kontrolliert werden , dann verpasst man auch nicht den richtigen Aussaattermin. Ende April kann man das Platzen der Samenschalen beobachten. Nun ist auch die richtige Zeit zur Aussaat und zwar am besten reihenweise in einer Tiefe von 5 Zentimeter und einen Abstand von etwa 10 Zentimeter.

Sobald die heranwachsenden Sämlinge eine Länge von etwa 30 Zentimetern erreicht haben, brauchen sie einen kleinen Stab als Stütze. So erhält man dann später Bäume mit kerzengeraden Stämmen. Damit sie sich im ersten Jahr gut entwickeln, erhalten sie im Juni je Quadratmeter eine Düngung von ungefähr zwei bis drei Litern Kompost, vermischt mit etwas Horn und Gesteinsmehl. Wichtig zur weiter Entwicklung der Pfirsichbäumchen ist es, dass die jungen Pflanzen frei von Blattläusen sind und bleiben. So könnten im Herbst schon einige der heranwachsenden Bäumchen eine Höhe erreicht haben, die im kommenden Frühjahr auf eine Stammhöhe von 60 cm angeschnitten werden können. Außerdem können sie dann gleich an ihren künftigen Standort verpflanzt werden. Die anderen müssen noch ein Jahr an ihrem Ort verbleiben.