Die Monilia-Spitzendürre, eine Pilzkrankheit, befällt Sauerkirschen, Aprikosen und nicht resistente Sorten anderer Obstbäume, aber auch Forsythien und andere Ziersträucher. Die Sporen des Pilzes verbreiten sich über die Luft und infizieren zunächst die Blüten. Von dort dringt der Pilz dann in die Triebspitzen und bis ins junge Holz der Zweige vor. Die befallenen Blüten verbräunen und die Zweige trocknen von ihren Spitzen her aus. Ältere Äste werden meist nicht befallen. Auch die Früchte können vom Pilz befallen werden; sie weisen dann große braune Flecken mit einem gelben Ring auf und beginnen schließlich einzutrocknen.

Die infizierten Zweige sind nicht zu retten. Sie müssen bis tief ins gesunde Holz zurückgeschnitten und entsorgt werden. Aber nicht auf den Komposthaufen, denn dort würde der Pilz überleben. Ebenso wie in den eingetrockneten und verschumpelten Früchten. Deshalb sollte man diese Fruchtmumien ebenfalls entfernen und nicht etwa den Winter über hängen lassen.

Erstaunlicherweise kann ein Tee aus denr dicken Pfahlwurzel der Meerrettichpflanzen die Bäume vor dem Monilia-Befall schützen. Dazu gräbt man eine Meerrettichwurzel aus, säubert sie und schneidet sie in dünne Scheiben. Diese werden im Gewichtsverhältnis von 150 g Wurzelschnitten zu 5 kg (= 5 Liter) Wasser für etwa eine halbe Stunde aufgekocht. Dann lässt man den Sud abkühlen und verdünnt ihn im Verhältnis 1:1 nochmals mit Wasser. Auf diese Weise bekommt man also etwa 10 Liter Spritzbrühe. Dieser Meerrettichwurzeltee wird nun mehrmals hintereinander in die Blüten gespritzt, damit dort keine Sporen des Monilia-Pilzes keimen können.

Erstaunlicherweise soll auch eine andere Methode helfen, dem Monilia-Pilzbefall vorzubeugen. Dazu setzt man einfach einige Meerrettichwurzel in den Boden rund um die Baumscheibe. Es ist ja möglich, dass irgendwelche Botenstoffen von der Meerrettichwurzel in den Boden sezernieren und von dort von den Wurzeln des Baumes oder Strauches aufgenommen werden. Man hat ja erst vor kurzem entdeckt, dass Gehölze und Stauden über ihre Wurzeln im Boden miteinander kommunizieren können. Bei Pilzkrankheiten, deren Sporen über den Boden verbreitet werden, mag das ja funktionieren. Die Monilia-Sporen werden aber über die Luft übertragen und infizieren die Blüten, Früchte und obersten Zweige der Gehölze. Dann müssten diese Botenstoffe von der Meerrettichwurzel über die Gehölzwurzeln mit dem aufwärts steigenden Saftstrom über die Leitbündel bis in die oberste Etage der Gehölze transportiert werden. Und das scheint mir dann doch sehr unwahrscheinlich zu sein. Oder hat jemand aus dem Gartenforum schon einschlägige Erfahrung mit dieser Methode erzielen können?


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