Seit vielen Jahren bereits werden im Hobbygarten Foliengewächshäuser vor allem für die Anzucht von kälte-empfindlichen Nutz- und Zierpflanzen genutzt. Gegenüber Gewächshäuser aus Glas, Kunststoff oder Doppelstegplatten haben sie einige Vorteile: Sie sind preiswerter, einfacher und schneller auf- und abzubauen. Sie brauchen kein Fundament und sind daher auch nicht genehmigungspflichtig. Die Rahmenkonstruktion besteht in der Regel aus feuerverzinktem oder pulverbeschichteten Stahlrohren, welche durch Steckverbindungen aus Kunststoff mit variablen Konstruktionswinkeln zusammengesteckt werden. Zusammen mit der Verankerung im Boden gibt dies dem Foliengewächshaus eine ausreichende Standfestigkeit, die auch wind- und sturmsicher (bis zu Windstärke 10) sind. Weniger empfehlenswert sind Aluminiumgestelle, da sie zwar wesentlich leichter, aber deswegen auch weniger sturmfest sind; außerdem korridiert Aluminum relativ schnell. Ebenso wenig empfehlen sich Kanthölzer, die von Schreinereien spezielle angefertigt und zugeschnitten werden müssen und nur eine vergleichsweise kurze Lebensdauer haben.

Damit sich die auf den Stahlrohren anliegende Folie nicht durch scheuert, werden die Rohre mit selbstklebenden Schaumstreifen abgepolstert. Viele Firmen liefern auch für Foliengewächshäuser fertige Bausätze, die die passenden Stahlrohre und Steckverbindungen, Schaumstoffstreifen, die zugeschnittene Folie und auch vorgefertigte Tür- und Fensterrahmen enthalten.

Nun zur Folie, an deren Material hohe Ansprüche gestellt werden müssen: Sie muss genügend lichtdurchlässig, aber UV-beständig, reißfest, aber elastisch sein, und natürlich sollte sie auch eine möglichst lange Lebensdauer haben, nicht vorzeitig altern und brüchig werden. Verständlicherweise hält die Folie aber nicht ewig und im Gegensatz zum Glas-Gewächshaus irgendwann ausgetauscht werden. Damit muss schon bei Auswahl und Anschaffung der Gewächshausfolie von vorneherein auch das später unweigerlich auftretende Entsorgungsproblem berücksichtigt werden.

Meist werden PE-Folien aus Polyethylen verwendet. Sie sind umweltfreundlich zu entsorgen, aber wenig UV-stabil. Reine PE-Folien altern durch die UV-Strahlung sehr schnell. Daher setzt man den Polyethylen-Folien UV-Absorber oder – Stabilisatoren zu, aber auch solche Folien altern, wenn auch deutlich langsamer. Der Alterungsprozess wirkt sich so aus, dass die Lichtdurchlässigkeit abnimmt, ebenso wie die Elastizität und Reißfestigkeit. Damit die Lichtausbeute für die pflanzen im Foliengewächshaus auch nach einigen Jahren noch ausreichend ist, sollte die Durchlässigkeit des Sonnenlichtes einer neuen PE-Folie mindestens 88% betragen. Damit ist gewährleistet, dass bei abnehmender Sonnenstundenzahl und Lichtstärke auch im Winterhalbjahr die Lichtausbeute für die Pflanzen noch ausreicht.

PVC-Folien aus Polyvenylchlorid wären für ein Foliengewächshaus eigentlich optimal, da sie formstabiler sind und langwellige Wärmestrahlen nicht passieren lassen – es bleibt also warm im beheizten Foliengewächshaus. Einer Verwendung steht jedoch das Entsorgungsproblem für PVC-Material entgegen. Zwar nehmen die Hersteller die PVC-Folien teilweise zur Wiederaufbereitung zurück, aber PVC ist gesundheits- und umweltschädlich. Schon bei normaler Raumtemperatur entweicht gasförmiges Vinylchlorid (VC), erst recht bei höheren Temperaturen oder wenn das PVC mit Wasser oder wasserhaltigen Substanzen in Berührung kommt. Dieses gasförmige Vinylchlorid kann Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, bis zu Augenreizungen und Atemproblemen hervorrufen. Auch Langzeitschäden an der Gesundheit können nicht ausgeschlossen werden.

Während unvergütete PE-Folien bis zu 80% der Wärmestrahlung aus dem Inneren des Gewächshaus nach außen abgeben, beträgt der Wärmeverlust bei Einsatz von vergüteten Thermischen Folien nur 10 bis 20%.

Optimal sind EVA- Folien aus Ethylivinylacetat, das sie sehr elastisch und reißfest sind, deshalb auch hohen Windstärken standhalten können, UV-stabil sind, also wenig altern, und die Wärmeabstrahlung sehr gering ist. Solche EVA-Folien werden auch im Teichbau immer öfter verwendet. Einziger Nachteil: EVA-Folien sind vergleichsweise teuer in der Anschaffung.

Besonders haltbar sind auch PE-Folien die mit einem Gitternetz verstärkt sind. Allerdings macht dies die PE-Folie auch entsprechend teuer in der Anschaffung,

Noppen- und Luftpolsterfolien werden meist nur im Winterhalbjahr eingesetzt und innen oder außen als Wärmeisolierung an den Folienwände angebracht. Kritische Stellen an der Tür und in den Ecken werden mit schmalen, selbstklebenden Klarsichtstreifen abgedichtet. Will man auch im Winter kälte- und frostempfindliche Pflanzen im Gewächshaus halten, dann reicht die Isolierung mit solchen Luftpolsterfolien nicht aus, wenn nicht zusätzlich geheizt wird. Auf Gas- und Ölbrenner würde ich wegen der Brandgefahr im Foliengewächshaus prinzipiell verzichten. Auf alternative Möglichkeiten zum Heizen und Wärmespeichern werde ich in einem gesonderten Beitrag näher eingehen, da dies hier den Rahmen sprengen würde.

Sogenannte No-Drop-Folien verringern die Taubildung und das Herabtropfen des Kondenswassers auf die Blätter der Pflanzen, was den Pflanzen auf Dauer schadet. Denn an unbehandelten Kunststofffolien kondensiert die im Gewächshaus herrschende Luftfeuchtigkeit deutlich stärker als an Glaswänden.