Das Alpenveilchen ist weder ein Veilchen, noch stammt es aus den Alpen. Seine Heimat sind die bergigen Wälder Kleinasiens und der östlichen Mittelmeerländer. Auf den kargen, steinigen Böden fühlt sich das Alpenveilchen wohl. Wenn der heiße Sommer beginnt, zieht die Knollenpflanze ihre Blätter ein und eine Ruhephase beginnt, die im Frühjahr zu Ende ist. Dann erfreut sie uns mit ihren weißen oder wunderschönen rosa Blüten.

Anfang des 17. Jahrhundert wurde die Wildart nach Mitteleuropa eingeführt und in Kultur genommen, jedoch erregte die ersten, noch relativ kleinblütigen Sorten kein großes Aufsehen. Den großen Auftritt in Deutschland hatte das Alpenveilchen erst in der zweiten Hälfte im 19. Jahrhundert, als immer mehr neuen Wuchsformen, Farben und Blattzeichnungen auf dem Markt kamen. Den botanischen Namen verdankt die Cyclame ihrer scheibenförmigen Knolle, aus der die herzförmigen Blätter und die eigenwillig geformten, manchmal gefransten Blüten sprießen. Bei genauem, Hinsehen erkennt man, dass die Blütenhüllblätter nach oben zeigen.

Das moderne Sortiment bietet ein großes Spektrum an Farbtönen an, von klassisch Rosa und Weiß über Lachsfarben bis hin zu Dunkelrot und Violett. Auch zweifarbige Formen sind darunter, zudem blieb bei mancher Züchtung der zarte Duft der Wildart erhalten. Das Blattkleid des Alpenveilchens mit seinem dekorativen, silbernen Muster trägt ebenfalls zu seiner Beliebtheit bei. Vom Laub hängt die Blühleistung ab, je mehr Blätter auf der Knolle sitzen, desto mehr Blütenknospen können sich entwickeln. Wem die klassischen Alpenveilchen zu groß sind, der kann zu kleiner bleibenden Sorten greifen, den Midi - Cyclamen oder aber kleiner noch, den Mini – und Super Mini – Cyclamen. Sie sind immer wieder ein herrlicher Blickfang.

Zur Blütezeit im Winterhalbjahr brauchen die Alpenveilchen einen hellen, vor praller Sonne geschützten Standort. Die Temperatur ist sehr wichtig, denn in überheizten und lufttrockenen Räumen, lassen sie schnell die Köpfe hängen und gehen ein. Die Fensterbank ist nur geeignet wenn sich kein Heizkörper darunter befindet. Die ideale Temperatur für das Alpenveilchen sind 15 ° C. Solche Bedingungen herrschen am Flurfenster, im Schlafzimmer oder im kühlen Wintergarten.

Das Alpenveilchen liebt luftfeuchte Räume, es bedankt sich dafür mit einer Blütenknospe nach der anderen. Beim Gießen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Damit sich die ständig sprießenden Knospen gut entwickeln,muss die Erde stets leicht feucht gehalten werden. Zimmer warmes und möglichst kalkarmes Wasser, zum Beispiel Regenwasser, am besten geeignet. Staunässe mag es überhaupt nicht. Wenn das Gießwasser im Herz der Pflanze stehen bleibt, beginnen die jungen Blüten und Blattknospen an zu faulen. Sicher ist daher das Gießen über den Untersetzer. Überschüssiges Wasser sollte nach einer halben Stunde abgeschüttet werden.

Damit ein Alpenveilchen während der trüben Wintertage ständig neue Blütenknospen bildet, braucht es reichlich Nahrung. Weil die Nährstoffe in der Topferde nach dem Kauf bald aufgebraucht sind, muss regelmäßig gedüngt werden. Dafür eignet sich ein biologischer Blumen-Flüssigdünger, davon alle 14 Tage etwas ins Gießwasser geben. Gelbe Blätter und welke Blütenstände immer gleich entfernen, sie sind ein Herd für Krankheiten.

Alpenveilchen bleiben jahrelang gesund und vital, wenn ihnen die Pflege zusagt. Bei stiefmütterlichen Behandlung dagegen und am falschen Standort werden sie gerne von Plagegeistern und Krankheiten heimgesucht. Stehen sie zu warm und trocken, bekommen sie meistens Besuch von Spinnmilben. Kühl stellen und betroffene Stellen entfernen. Weichhautmilben lieben warme und feuchte Luft. Auf ihren Befall weisen missgestaltete Blätter, diese auch gleich entfernen. Zu feuchte Erde sowie Wärme begünstigen Fäulniskrankheiten an der Wurzel und der Knolle. Die Wassergaben sollten daher stets dem Wachstum angepasst sein. Länger im Untersetzer stehendes Wasser stets leeren. Bei Lichtmangel, feuchtwarmer Luft, zu viel Feuchtigkeit oder sehr tiefen Temperaturen bekommt das Alpenveilchen schnell den Grauschimmel.

Aus Samen kann man Alpenveilchen auch selber ziehen. Dazu werden die Dunkelkeimer etwa 2cm stark mit Aussaat Erde bedeckt. In einen verdunkelten Raum gestellt mit 18 bis 20 °C. Nach ca. 5 Wochen keimen die Samen und die Sprösslinge dürfen ans Licht. Bei sorgsamer Weiterkultur zeigen sich ein Jahr später die ersten Knospen und von da an Jahr für Jahr immer mehr. Dafür eignen sich die großblütigen klassischen Sorten, da sie samenecht ausfallen, ihre Nachkommen also genauso aussehen wie die Mutter.