Ein Anlehngewächshaus benötigt im Gegensatz zum freistehenden Gewächshaus eine Wand, an die es sich „anlehnt“, oder besser gesagt,an die es angebaut wird – denn einfach nur anlehnen, das wäre dann doch etwa zu gewagt. Ein solches Anlehngewächshaus muss fest mit der Wand, im Zweifel einer Hauswand, an die es angebaut wird, verbunden werden. Statt Anlehn-, sollte man es daher besser Wand- oder Verbundgewächshaus nennen.

Ein solches Anlehngewächshaus hat gegenüber einem freistehenden Gewächshaus Vor- und Nachteile.

Es gibt Anlehngewächshäuser, die sind wirklich nur an eine Hauswand angebaut und haben von der Terrasse oder dem Garten aus einen eigenen, separaten Zugang und gelten auch tatsächlich als Gewächshaus. Dann benötigen sie nur eine Baugenehmigung, wenn sie kein festes Fundament haben. Allerdings ist eine stabile Unterlage, also ein Fundament, unbedingt empfehlenswert, vor allem wegen der Sturmsicherheit und Stabilität, aber auch damit die Hauswand nicht durch die Bodenfeuchtigkeit im Gewächshaus in Mitleidenschaft gezogen wird.

Anders ist das, wenn das Anlehngewächshaus vom Hausinneren einen direkten Zugang hat und als Wintergarten oder zusätzliches Wohnzimmer genutzt werden soll. Und so sehen dass auch die Baubehörden: Ein angebauter Wintergarten bedarf immer zuvor einer Baugenehmigung.

Ein Anlehngewächshaus muss also gut geplant, behördlich genehmigt und solide gebaut sein. Obwohl solch ein Gewächshaus in den meisten Fällen nur drei Glaswände hat (der Bau- und Gartenmarkt bietet aber inzwischen auch fünfeckige Anlehngewächshäuser oder solche mit einem Rundbogendach an) bringt es gegenüber einem freistehenden Gewächshaus keine Kostenersparnis – oft ist es sogar deutlich teuer. Das sollte einen jedoch nicht abschrecken, denn natürlich hat solch ein grünes Wohnzimmer im Anbau auch seinen Reiz. Und so ist es kein Wunder, dass solche Wintergarten-Anlehngewächshäuser immer beliebter werden. Darauf hat sich der Markt auch längst eingestellt und bietet eine große Palette an Modellen in allen Größen, Ausstattungen und Preisklassen an.

Will man das Anlehngewächshaus in erster Linie für die Anzucht von Gartenpflanzen, zur Kultur von Wintergemüse oder als Winterquartier für kälte- und frostempfindliche Kübelpflanzen nutzen, dann ist man mit einem Anlehngewächshaus ohne Durchgang zum Wohnhaus besser bedient. Es sei denn, man sieht solch ein Anlehngewächshaus auch als zusätzliche Wärmedämmung und Energieersparnis hat.

Bekannte von mir hatten schon vor Jahreszeiten – lange bevor allgemein überhaupt die Rede von sogenannten Passivenergiehäusern war – ein altes Bauernhaus im Schwarzwald in 1000m Meereshöhe gekauft und an die Süd- und Ostseite des Hauses hatten sie in Eigenarbeit ein umlaufendes Glasgewächshaus von rund 2,50m Tiefe errichtet mit mehreren Zugängen ins Hausinnere. Teile wurden zur Anzucht von Pflanzen genutzt (die Ehefrau war Berufsgärtnerin), andere Teile als Wohnzimmer mit Aussicht auf das Hochrheintal. Durch die durch die Glasfronten auftreffende Sonne wurde das Haus auch bei klirrender Außenkälte soweit erwärmt, dass die Innenräume durch einen großen, mit Holz beheizten Kachelofen im Wohnzimmer mollig warm waren und man auf zusätzliche Heizungen verzichten konnte.

Man sieht also, ein Anlehngewächshaus spart Heizkosten, sowohl im Vergleich zum freistehenden Gewächshaus als auch zum Haus ohne einen entsprechenden Anbau. Ein Anlehngewächshaus hat durch die im Vergleich zum freistehenden Gewächshaus weniger Glasfläche, das verringert den Wärmeverlust im Winter. Außerdem profitiert das Anlehngewächshaus auch von der Abstrahlungswärme des beheizten Gebäudes.

Allerdings dringt in ein Anlehngewächshaus auch weniger Sonnenlicht ein, da es ja wenigstens eine lichtundurchlässige Mauer hat. Damit reduziert sich die Lichteinstrahlung im Vergleich zum freistehenden Gewächshaus um etwa die Hälfte – das ist also nichts für besonders sonnenhungrige Pflanzen. Will man dort als Hobbyzüchter seine Kakteen- und Sukkulentensammlung unterbringen, dann ist man deshalb vermutlich auf eine zusätzliche, künstliche Beleuchtung angewiesen. Ideal ist es aber für Gehölze und Stauden aus dem tropischen Regenwald, die müssen ja auch in der Natur, wenn sie von Baumriesen abgeschattet werden, mit wenig Licht auskommen. Und die lichtbedürftigeren Orchideen, Bromelien und anderen Epiphyten sitzen ja ohnehin oben dicht unter dem Glasdach.

Seltener wird ein verglastes Anlehngewächshaus auch an ein Gartenhaus angebaut. Das ist natürlich auch möglich, sofern das Gartenhäuschen stabil genug gebaut, etwa solide aus Stein gemauert ist. Eine Gartenhütte aus Holz ist dazu weniger gut geeignet.