Heutzutage werden die wenigsten Hobbygärtner ein Gewächshaus noch selbst bauen. Vielmehr lässt man sich genormte Fertigteile vom Baumarkt anliefern, die dann an Ort und Stelle vom Hobbygärtner selbst auch ohne große Fachkenntnisse nach Anleitung zusammengesetzt und aufgestellt werden.

Doch auch vor und während des Aufstellens des Gewächshauses gilt es einige Grundregeln zu beachten. Und Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht auch dafür gesetzliche Regelungen und Bauvorschriften gäbe.

Mit den DIN-Normen zur Konstruktion des Gewächshauses muss sich dagegen in der Regel der Hersteller herumschlagen : Aber beim Kauf eine Gewächshauses sollte man tunlichst darauf achten, dass es entsprechend DIN-zertifziert ist. Denn in diesen stürmischen Zeiten mit immer häufigeren und heftigeren Stürmen muss ein Gewächshaus eine ganze Menge aushalten können. In der DIN EN 1990: 2002 Grundlagen der Tragwerkspannung. In der Neufassung sind auch „Einwirkungen von Schnee und Wind“ berücksichtigt.

Ob eine Baugenehmigung für das Gewächshaus notwendig, das ist von Bundesland zu Bundesland, teilweise auch von den Kommunen unterschiedlich geregelt. In Regel kann man davon ausgehen, dass ein Gewächshaus dann genehmigungspflichtig ist, wenn es ein festes Fundament hat. Und ein stabiles Fundament sollte selbst ein kleineres Gewächshaus m. M. nach in unseren stürmischen Zeiten haben. Schon ein in Nachbars Garten verwehtes Folienhaus kann für mächtig Ärger sorgen! Besondere Vorschriften und Einschränkungen gelten bei den sogenannten Anlehngewächshäusern, also wenn das Gewächshaus direkt an eine Hauswand angebaut wird. Nicht nur wenn es einen Durchgang vom Haus ins Gewächshaus hat, es reicht in der Regel bereits, wenn im Anlehngewächshaus Stühle und ein Tischchen stehen. Dann gilt es nämlich nicht mehr als Gewächshaus, sondern bereits als Wintergarten. Und da sind die Vorschriften strenger und die Hürde zur Baugenehmigung ist entsprechend höher. Klarheit schafft in jedem Fall eine Bauvoranfrage bei der zuständigen unteren Bauaufsichtsbehörde.

Meist ist nicht nur geregelt, ob ein Gewächshaus aufgestellt werden darf, sondern auch wie groß und hoch es sein darf und welchen Mindestabstand zum Nachbargrundstück es haben muss (in der Regel sind dies 3m Mindestabstand). Auch wenn dieser Mindestabstand eingehalten wird, es ist immer gut, wenn man seinen Nachbarn vorab informiert, bevor das Gewächshaus angeliefert wird. Hat man den Garten nur gepachtet, dann sollte man den Grundstückseigentümer schriftlich um Erlaubnis zum Aufstellen eines Gewächshauses bitten. Auch die Schrebergartenvereine haben oft besondere Vorschriften in ihren Satzungen festgelegt, ob und wie ein Gewächshaus der gepachteten Parzelle aufgestellt werden darf.

Ist das alles vorab geklärt, muss man sich als Nächstes Gedanken über die Aufstellung machen. Bekommt das Gewächshaus auch bei tiefstehender Sonne im Winter noch genügend Licht? Stehen schattenwerfende Bäume in der Nähe? Ist der geplante Standort vielleicht zu windexponiert? Das hat nicht nur Einfluss auf die Standsicherheit und Stabilität des Gewächshauses, sondern steter Wind kühlt auch ab und das kann im Winter erhöhte Heizkosten bedeuten. Schließlich spielt auch die Richtung, in der das Gewächshaus aufgestellt werden soll, eine Rolle. Bei Gewächshäusern mit quadratischen oder einem kleinen rechteckigen Grundriss spielt dies keine Rolle, wohl aber bei langgestreckten Formen. Dann sollte das Gewächshaus möglichst in Ost-West-Richtung aufgestellt werden. Denn das hat zur Folge dass die Sonne im Tagesverlauf über mehrere Stunden das Gewächshaus bescheint und erwärmt. Anlehngewächshäuser dagegen sollten in der Regel an die Südseite des Hauses angebaut werden.

Wichtig ist natürlich auch das Fundament. Es soll nicht nur für eine solide Verankerung sorgen, sondern muss auch so dicht mit dem Boden abschließen, dass im Winter keine Kälte eindringen kann und das Ungeziefer und Mäuse kein Zugang ins Gewächshausinnere finden können. Diese Anforderungen kann ein sogenanntes Punktfundament kaum erfüllen. Lediglich für Foliengewächshäuser oder unbeheizte Gewächshäuser mag es reichen. Schon besser ist ein Fertigfundament, welches bei Kleingewächshäusern in der Regel als Teil der Gesamtkonstruktion gleich mitgeliefert wird. Am wirkungsvollsten ist jedoch ein Streifenfundament, welches aus einem wenigstens 10cm breiten Sockel aus beton oder Ziegelsteinen angelegt wird und bis in die frostfreie Bodenschicht reicht.