Bei Pflanzen aus den Tropen denken wir automatisch feucht-heißes Klima, aber nicht alle Exoten stammen aus einem Tiefland-Regenwald. Auch in den Tropen gibt es Hochgebirge, trockene Steppenlandschaften oder Regionen, in denen es nur während des Monsoons, dann aber heftig, regnet.

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So wie hier auf einem Gemälde von 1920 (Maler unbekannt, Public Domain) mag man sich den tropischen Regenwald vorstellen. Aber solch ein Landschaftspanorama lässt sich vielleicht im Wintergarten realisieren, im Regenwald ist es am Boden meist viel zu dunkel für Orchideen und Bromelien; die wachsen nicht auf den Baumwurzeln, sondern hoch oben als Epiphyten auf den Ästen, wo sie genügend Licht bekommen. Der Boden tropischer Regenwälder ist eher kahl.

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Regenwälder gibt es nicht nur in den Tropen, sondern auch in den Subtropen und gemäßigten Klimazonen wie hier in Tasmanien oder auch in Neuseeland oder im Kanadischen British Columbia, auch wenn die großen Baumfarne am Bachufer mit ihren palmähnlichen Wedeln bei uns Mitteleuropäern Tropen-Feeling hervorrufen mögen. (Foto: JJ Harrison, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

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In den Nebelwälder des Ruwenzori-Gebirges im Grenzgebiet zwischen Kongo und Uganda findet täglich ein Wechsel von Winter und Sommer statt: Nachts wird es nebelig kalt mit Frost, tagsüber herrscht tropische Hitze. Dem haben sich die hier existierenden Pflanzen darunter riesige Lobelien und Ericaceen in Form und Lebensweise angepasst (Foto: Manuel Werner, Creative Commons Share Alike 2.5 Generic).

Und in den Monsunwäldern des Indischen Subkontinentes wechseln sich im jährlichen Rhythmus Regen- und Trockenzeiten ab.

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In den Monsoon-Wäldern im Grenzgebiet der Indischen Bundesstaaten Gujarat und Maharashtra wechseln extreme Monsoon-Regen mit langen Trockenzeiten (Foto: Abhijeetsawant, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Ein weiterer Extrembiotop der Tropen sind die Savannen-Landschaften mit wenigen Bäumen, schütterem Buschwerk und endlosen Grassteppen.

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Busch-Savanne im tropischen Ostafrika (Foto: Nevit Dilmen, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).


Aus vielen extrem unterschiedlichen Lebensräumen der Tropen beziehen wir unsere exotischen Pflanzenarten. So stammen zum Beispiel die Naturformen unserer alt-bekannten Usambara-Veilchen aus den Ruwenzori-Bergen. Deswegen wäre es falsch anzunehmen, man könne auf Dauer alle Exoten unter den Zimmer- und Kübelpflanzen auf Dauer erfolgreich in einem feucht-heißen, halbschattigen Milieu erfolgreich pflegen.

Daraus folgt, erstens dass man die Hauptmilieufaktoren der einzelnen exotischen Pflanzenarten, also Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Jahreszeiten, kennen muss – und zweitens, dass man nicht alle exotischen Pflanzen in einem Wintergarten oder Gewächshaus zusammen halten kann. Man muss sich entscheiden, welche Klimazone, welches Biotop man in seinem Wintergarten nachstellen will und eine dazu passende Auswahl an Pflanzen treffen. Es leuchtet sicher jedem Hobbygärtner ein, dass man unter einem vor Nässe triefenden Epiphytenbaum auf Dauer keine Kakteen erfolgreich kultivieren kann. Aber das reicht nicht, es müssen weitaus subtilere Unterschiede berücksichtigt werden.

Volles Sonnenlicht und hohe Temperaturen (Minimum 16 bis 20 Grad Celsius) brauchen beispielsweise die Ruhmeskrone Gloriosa, manche Sanseverien, Ananas und andere Bromeliengewächse, Feigenkakteen (Opuntien), Bananen (Musa), der Ritterstern (Hippeastrum). Aber bereits an diesen wenigen Beispielen ist zu erkennen, dass die genannten Pflanzen teilweise überhaupt nicht zusammenpassen würden. Denn da fehlen noch Angaben zur Luftfeuchtigkeit: Bromelien brauchen es feucht, Opuntien eher staubtrocken.

Bei vollem Sonnenlicht, aber eher moderaten Temperaturen (bis höchstens 15 oder 16 Grad Celsius) gedeihen Agaven, Bougainvilleen, Pelargonien, exotische Dickblattgewächse (Crassulaceen, u. a. Aeonium, Crassula, Echeveria), Lithops (lebende Steine), Datura, Capsicum (Paprika-Arten), Washingtonia-Palmen und Yucca-Bäume am besten.

Volle Sonne und niedrige Temperaturen (Minimum 3 bis 10 Grad Celsius) bevorzugen Akazien, die Aloe vera, Passionsblumen, Mammillaria-Kakteen, Phoenix-Palmen, Euonymus u.a. Diese Pflanzen können den Sommer über ins Freie gestellt werden, müssen aber rechtzeitig vor dem Frost ins Winterquartier umgesetzt werden.


Halbschatten und hohe Temperaturen ( Minimum 16 bis 20 Grad Celsius) brauchen die meisten unserer Tropenpflanzen, u. a. Achimenes (Schiefteller), Allamanda (…), Anthurium (Flamingoblume), Begonien, Chlorophytum, Cocos-Palmem, Coffea (Kaffesträucher), Columnea, Corssandra, Dieffenbachia, Dipladenia, Dracena, viele Ficus (Feigenbaum-Arten), gardenien, Maranten, Monsetr (Gitterpflanze), nepenthes (Kannenpfflanzen), pandanus, Philodendron, Psionien, Pulbago indica (Bleiwurz), einige Sansiverien, Spathiphyllum, viele Tillandsien, Zebrina (Zebra-Pflanze).

Halbschatten und moderate Temperaturen (mindestens 10 bis 16 Grad Celsius):
Abutilon (Schönmalve), Araucaria (Zimmertanne), Bengonie (Knollenbegonine), browallia, Brunfelsia, Cissus rhombifolia (Königswein), Ficus rubiginosa, Fuchsien, Jacaranda (Palisander), Mimosa (Mimose), Piper nigrum (Schwarzer Pfeffer), Rhoidodendron, Tradescantia.

Halbschatten und niedrige Temperaturen (Minimum 3 bis 10 Grad Celsius): Acorus (Kalmus), Cyclamen (Alpenveilchen), Cymbidium, Nertera (Korallenmoos), Sauromatum (Eidechsenschwanz), Stenocarpus

Voller Schatten und hohe Temperaturen (Minimum 16 bis 20 Grad Celsius):
Aglaonema commutatum (Kolbenfaden), Calathea (Korbmaranthen), Dieffenbachia, Howea forsteriana (Kentiaplame), Siderasis, Spathiphyllum wallisii (Einblatt), Syngonium podophyllum (Purpurtute)

Voller Schatten und mittlere Temperaturen (Minimum 10 bis 16 Grad Celsius) brauchen u. a. Asparagus (Zierspargel), Asplenium (Streifenfarne), Blechnum (Rippenfarne), Chlorophytum (grünlilie), Clivia (Klivie), Nephrolepis (Schwertfarn), Pellaea (ein exotischer Farn), Peperomia (Zwergpfeffer), Pteris (Saumfarne), Schefflera, Soleirolia (Bubiköpfchen, Tetrastigma (Kastanienwein), und Tradescantien

Voller Schatten und niedrige Temperaturen (Minimum 3 bis 10 Grad Celsius): Aucuba (Goldorange), Calceolaria (Pantoffelblumen), Fatsia (Zimmer-Aralien), Efeu (Hedera helix), Phyllitis (Hirschzunge), Hydrangea (Hortensien), Skimmia

Zieht man jetzt noch die Luftfeuchtigkeit als weiterer Faktor hinzu, wird es zwangsläufig noch komplizierter:

Eine hohe Luftfeuchtigkeit brauchen z. B. Acalypha hispaniolae (Hängender Fuchsschwanz), Acalypha amentacea (Paradiesnessel), Aeschynanthus-Arten (Schamblumen), Aglaonema commutatum (Kolbenfaden), Anthurium (Flamingoblumen), Ardisia creanta (Spitzenblume), Bunfelsia pauciflora (Brunfelsie), Calathea-Arten (Korbmaranthen),Catharanthus roseus (Madagaskar-Immergrün), Chamaedorea elegans (Bergpalme), Cissus rhombifolia (Königswein), Clerodendrum ugadense (Losstrauch), Codiaeum variegatum (Kroton), Coffea arabica (Kaffeestrauch), Cordyline fruticosa (Keulenlilie), Crossandra, Dieffenbahia, Dracaena (nur Drachenbäume mit gestreiften Blättern; solche mit rein grünen Blättern müssen nicht besprüht werden!), Fittonia verschaffeltii (Fittonie), Gardenien, Gynura aurantiaca (Samtpflanze), Howea forsteriana (Kentiaplame), Hypoesthes phyllostachia (Punktblume), Maranthen, Monstera deliciosa (Fensterblatt), Nepenthes (Kannenpflanzen), Pachira aquatica (Glückskastanie), Pachytachys lutea (Gelbe Dickähre), Paphiopedilum-Hybriden (Frauenschuh-Orchideen) Pentas lanceolata, Peperomia caperata (Zwergpfeffer), Scindapsus picuts (Gefleckte Efeutute), Sparmannia africana (Zimmerlinde), Spathiphyllum wallisii (Einblatt), Syngonium podophyllum (Purpurtute) und alle Farne.