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Thema: Wurzelschädlinge Teil 8: Maulwurfsgrillen

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Wurzelschädlinge Teil 8: Maulwurfsgrillen

    Einer der gefährlichsten Insekten fürs Gemüsebeet sind die Maulwurfsgrillen. Ihre Vorderbeine sind zu maulwurfsähnlichen Grabschaufeln umgewandelt, mit denen sie ihre unterirdischen Gänge durch den Boden wühlen, um an die leckeren Wurzeln vor allem von Jungpflanzen heranzukommen. Da die Maulwurfsgrillen ihre Gänge meist dicht unter der Erdoberfläche anlegen, sind sie oft gut zu erkennen. Allein durch ihre Wühlarbeit entsteht großer Schaden: Der Boden beginnt auszutrocknen, die Wurzeln werden abgerissen, so dass die austrocknen und absterben. Und das Maulwurfsgrillenweibchen trägt junge Gemüseteile ins Nest, um damit die jungen Maulwurfsgrillen mit Nahrung zu versorgen. Besonders in Gemüseanzuchten und jungen Gemüsekulturen können dadurch große Verluste entstehen.

    Das Weibchen der Maulwurfsgrille legt ein etwa 5cm großes Nest tief im Boden an – wie tief, dass hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Das kann 10 bis 50cm Tiefe sein. In das Nest werden bis zu 300 Eier gelegt. Die schwarzen Larven, die aus den Eiern schlüpfen, bleiben bis zum 3. Larvenstadium im Nest, wo sie von ihrer Mutter gefüttert werden. Dann verlassen sie das Nest und gehen auf die Suche nach verwertbarem Humus und den zarten Wurzeln der Jungpflanzen. Nach ein bis zwei Jahren sind sie geschlechtsreif und können selbst zur enormen Vermehrung der Maulwurfsgrillen im Garten beitragen. Um die Maulwurfsgrillen gezielt bekämpfen zu können, muss man vor allem den Gang finden, der direkt zu ihrem Nest führt. Dazu folgt man mit dem Finger dem Wühlgang, bis er plötzlich senkrecht nach unten führt. Am Ende dieses Stollens liegt das Nest der Maulwurfsgrille. Dieses Nest kann man dann ausheben. Maulwurfsgrillen sind nachtaktiv und nachts kommen sie auch an die Bodenoberfläche. Man gräbt ein Glas in den Boden ein, sodass der Rand mit der Erdoberfläche abschließt. So lassen sich Maulwurfsgrillen fangen, da sie an den glatten Glaswänden nicht empor klettern können. Wer nicht vor dem Einsatz chemischer Bekämfungsmittel scheut, der kann vergiftete Köder auslegen, die eigentlich für Wühlmäuse gedacht sind, aber auch gegen Maulwurfsgrillen wirken.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Rehabilitation der Maulwurfsgrille

    Vor mehr als 5 Jahren habe ich hier im forum.floristik24.de einen Beitrag Wurzelschädlinge Teil 8: Maulwurfsgrillen geschrieben (>> http://forum.floristik24.de/threads/...aulwurfsgrille). In jenem Beitrag habe ich erläutert, dass Maulwurfsgrillen allein durch ihre Wühlarbeit mit ihren Gängen großen Schaden anrichten, da der Boden dadurch austrocknet, Pflanzenwurzeln abgerissen werden und die Pflanzen dann absterben. Insoweit stimmt das auch nach wie vor.

    Allerdings wühlen sich Maulwurfsgrillen nicht durch die Erde, und an die leckeren Gemüsewurzeln heranzukommen und die zarten Wurzeln der Jungpflanzen ins Nest zu tragen, um damit ihre Jungen zu versorgen. Dies nehme ich hiermit zurück, da ich inzwischen eines Besseren belehrt worden bin.

    Stattdessen machen Maulwurfsgrillen in ihren Gängen Jagd auf Engerlinge und andere Insektenlarven; sie sind also eher nützlich als schädlich. Das durch ihre flach unter der Erdoberfläche angelegten Gänge Wurzeln freilegen und dann die Pflanzen teilweise vertrocknen, ist dann eher so etwas wie ein Kollateral-Schaden. Auf dem Speiseplan der Maulwurfsgrillen stehen außerdem kleinere Nacktschnecken, Drahtwürmer (die in Wirklichkeit Käferlarven sind und besonders im Rasen größere Schäden anrichten können), Asseln und andere kleinere, im Boden lebende Tiere.

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    Und so sieht sie aus, die Europäische Maulwurfsgrille. Ein ausgewachsenes Exemplar kann eine Körperlänge von mehr als 8cm erreichen. Damit ist sie unsere größte, einheimische Grillenart (Foto: Eszter Kovács, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Germany).


    Ich hatte vor vielen Jahren einmal einen Sommer langen eine regelrechte Invasion von Maulwurfsgrillen in einem früheren Garten und beim Umgraben abgeräumter Beete etwa 5 ausgewachsene Maulwurfsgrillen pro Quadratmeter gezählt. Statt sie abzutöten, habe ich einige Maulwurfsgrillen eine Zeitlang in einem Terrarium gehalten, um sie zu beobachten. Danach hatte ich nie wieder eine einzige Maulwurfsgrille in meinen späteren Gärten.









    Maulwurfsgrillen zu bekämpfen, halte ich im Hobbygarten für vollkommen unnötig. Denn erstens sind Maulwurfsgrillen eigentlich ausgesprochen selten, außerdem sind sie in ihrem Aussehen, dass an einen Maulwurf erinnert, und ihrem Verhalten viel zu interessant, um sie blindlings zu bekämpfen. Im kommerziellen Gemüseanbau dies ja hin und wieder notwendig sein, wenn die Schäden am Gemüse durch die unterirdische Wühlarbeit der Maulwurfsgrillen überhandnimmt. Dann aber bitte nur mit mechanischen Methoden um sie einzufangen oder zu vertreiben oder mit Hilfe von Fadenwürmern. Vom auf Biologische Schädlingsbekämpfung spezialisierten Fachbetrieben werden eigens dafür gezüchtete Nematoden der Art Steinernema carocapsae angeboten. Diese winzig kleinen Würmchen werden mit dem Gießwasser auf der Anbaufläche des Gemüses verteilt, sickern in den Boden ein, wo sie dann aktiv Maulwurfsgrillen aufsuchen, in sie eindringen und mit einem Bakterium infizieren, welches sich schnell vermehrt und die Maulwurfsgrillen schließlich abtöten. Chemische Bekämpfungsmittel wie Lindan oder Parathion sind dagegen auch für den kommerziellen Gemüseanbau seit mehreren Jahrzehnten verboten.

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