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Thema: Singapur traut sich was – neue Wege der Dach-, Fassaden- und Indoorbegrünung

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gartentroll
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    Singapur traut sich was – neue Wege der Dach-, Fassaden- und Indoorbegrünung

    Mag sein, dass in Deutschland die Dach- und Fassadenbegrünung, von spezialisierten Fachleuten ausgeführt, technisch perfekt installiert sind, aber irgendwie sind sie alle nach Schema F gestaltet – zumindest was die extensive Flachdachbegrünung und die Bepflanzung angeht. Meist erschöpft sich das in Mauerpfeffer, Hauswurz und vielleicht auch ein paar Nelkengewächse oder noch schlimmer Rollrasen. Und meist wird es sich dann selbst überlassen und sieht bald eher verwilderten Unkrautfläche ähnlich. Was würde Hundertwasser dazu wohl sagen? Er hat eigentlich einmal eine ganz andere Richtung vorgegeben: Seine begrünten Dächer waren weder flach noch langweilig. –
    Ganz anders in Südost-Asien. Da traut man sich was – z.B. in Singapur. Da sind Grünflächen kreativ und innovativ gestaltet: Egal ob es sich um Fassaden- oder Dachbegrünung oder die Begrünung von Innenräumen handelt. Und es gibt sogar fließende Übergänge zwischen diesen Begrünungsformen.

    Hierzu einige Beispiele: Der begehbare Wasserfall im Nebelwald ist eine mehrstöckige begehbare Installation unter einer riesigen Glaskuppel.

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    Eine Indoor-Installation The Fall in the Cloud Forest in den Gardens by the Bay in Singapur (Foto: Allie Caulfield, Creative Commons Attr. 2.0 Generic)

    Oder das Marina Bay Sands Hotel. Über den drei Sky Scapers lagert wie ein reisiges Schiff in schwindelerregender Höhe der Dachgarten mit Scwimmingpool. Es dürfet sich um den höchsten Dachgarten der Welt handelt, auch wenn er nur hauptsächlich aus Sträuchern und Bäumen besteht. Das Hotel liegt am Rand der Gardens by the Bay. Von dort oben hat man einen unglaublichen Ausblick auf Singapur, die Stadt im Garten.

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    Marina Bay Sands Hotel mit dem Dachgarten in schwindelerregender Höhe und den Supertrees im Vordergrund, die immerhin auch schon bis zu 50m in die Höhe ragen. (Foto: 玄史生, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Am Fuß des Hotels stehen die bis zu 50m hohen Super Trees. Diese künstlichen Bäume sind eigentlich Stahlgerüste, die bepflanzt sind. Nachts werden sie illuminiert. Den Strom dazu liefert die Photovoltaik, die in die Gerüste integriert worden ist. Zugleich auch die Kühlsystem und die künstliche Bewässerung der Pflanzen. Auf halber Höhe kann man auf dem Sky Walk unter den Kronen der Super Trees entlang schlendern. Und vom Marina Bay Sands Hotel hat man einen totalen Überblick über den südlichen Teil der Gardens by the Bay. Was auf den ersten Blick wie ebenerdige Grünflächen aussieht, das sind zum großen Teil Gründächer über Parkplätzen für Autos und Busse, Tiefgaragen und Stadien.

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    Der Sky Walk an den Super Trees entlang (Foto: Jan, Creative commons Attr, 2.0 Generic)

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    Der Blick vom Marina Bay Sands Hotel auf die Gardens by the South Bay. (Foto: James Mason-Hudson, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Oder der Vivo City Roof Garden- ein riesiger begehbarer Dachgarten über der City Mall von Singapur.

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    Man sieht es ihm auf den ersten Blick nicht an – aber auch dies ist ein Dachgarten, der Vivo City Roof Garden über der größten Einkaufsstraße von Singapur (Foto: Calvin Teo, Creative Commons Attr.-Share Alik 3.0 Unported)

  2. #2
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    wahnsinn! Genial, ich bin baff!!

  3. #3
    Benutzer
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    Beeindruckende Bilder!!! Sehr schön!

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Also, in Frankreich ist vor kurzem ein Gesetz erlassen worden, wonach die Dächer öffentlicher Gebäude künftig begrünt werden müssen. Davon können wir in Deutschland wahrscheinlich nur träumen. Erstens sind Bauvorschriften Sache der Bundesländer. Und zweitens - sollte man sich auf Bundes- oder wenigstens Landesebene zu ähnlichen Schritten durchringen können, dann werden sie von einer übermächtigen, aber trägen Verwaltung immer wieder verschleppt, bis es wirklich zu einer Umsetzung käme. Und die ist dann löchrig wie ein Schweizer Käse! Immerhin gibt es inzwischen die Möglichkeit, sich durch eine Dachbegrünung von der vorgeschriebenen Dachdämmung befreien zu lassen.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Hechtrose
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    Solche modernen, begrünten Dächer und Stahltürme sind zwar architektonisch sehr interessant, auf mich wirken sie aber wenig anziehend. In einem Dachgarten über den Wolkenkratzern in 200m Höhe würde ich mich nicht wohlfühlen. Da geht doch das, was ein begrüntes Dach ursprünglich ausmacht, die Erdverbundenheit nämlich, völlig verloren. Die alten reet- und grasgedeckten Häuser auf Island, auf den Faröer Inseln oder auch im Westen Irlands sollten Schutz vor den Wetterunbilden bieten und ducken sich immer – wie kleine Hobbithäuschen im Auenland – dicht in die Umegbung. Dann doch lieber Hundertwassers Gründächer, wie die der Hotelanlage Rogner in Bad Blumau. Da wirken die einzelnen Häuser wie Hügel, die aus der grünen Wiese herauswachsen. Selbst die viele Stockwerke hohe Waldspirale in Darmstadt, ebenfalls nach den Entwürfen von Friedenreich Hundertwasser gebaut, wirkt gegen diese asiatischen Protzbauten naturverbunden und harmonisch. Ich frage mich auch, wie solche Gründächer und auch die Fassadenbegrünung von Hochhäusern, wie sie nicht nur in Singapur immer öfter entstehen, den schweren Taifunen und Zyklonen, die im Indopazifik immer wieder wüten, Stand halten können.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Zur Wind- und Sturmexposition von Gründächern

    Also ich habe mich mal schlau gemacht und recherchiert - auf der Suche nach näheren Angaben zu Sturmschäden an Gründächern und Dachbegrünungen. Zumindest in Deutschland gibt es dazu bereits umfangreiche Untersuchungen (http://forum.floristik24.de/threads/...-Sturmschäden/). Für die besonders gewagten, d.h. auch besonders sturmgefährdeten Dachbegrünungen in Singapur und anderen Megapolen Südostasiens habe ich bisher zu diesem Thema keine Angaben gefunden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass bei den enormen materiellen Werten, die bei Begrünungen von Hochhäusern auf dem Spiel stehen, nicht entsprechende Berechnungen und Vorkehrungen getroffen wurden.

  7. #7
    Benutzer Avatar von Muggel
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    Singapur ist einfach unglaublich, was die Architektur anbelangt. Würde mich echt interessieren, wie viel Geld dafür ausgegeben wird...

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gartentroll
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    Singapore Goes Green

    Also, exakte Zahlen, was die Kosten der Grünanlagen in Singapur gekostet haben, habe ich, es wird in die zig-Millionen gehen. Aber es scheint sich zu rentieren. Unter dem Slogan Singapore Goes Green will die Stadt eine der saubersten und wirklich Klima-neutralen Megapolen der Welt werden und ist auf dem besten Weg dorthin. Gründächer, Grünanlagen und Fassadenbegrünungen sind dazu nur ein Baustein. So werden im Hafen neue Anlagen nur noch aus recyceltem Beton klimaneutral gebaut und allein im Hafenbereich sich zig-Tauend qm an Solarpanels installiert worden. Singapur ist nicht nur eine der größten Städte der Welt, sondern auch eine der grünsten und nennt sich selbstbewusst Garden City. Es war die Vision des früheren Premierministers Kuan Yew, Natur und Umwelt in die City zu integrieren und damit das Leben im Betondschungel erträglicher zu machen. Singapur nutzt seine geringen Wasserreserven und setzt vollständig auf Meerwasserentsalzung und Water Recycling, um sich damit nach und nach immer unabhängiger von Wasserimporten aus dem benachbarten Malaysia zu machen. Im öffentlichen Nah- und zunehmend auch im Privatverkehr setzt man auf elektrischen Strom als sauberste Energieform. Dazu wurden landesweit viele Greenslots errichtet, an denen man sein Fahrzeug direkt mit Solarstrom betanken kann. Zusätzlich setzt man immer mehr auf Hybrid-Motoren statt auf Benzin und Diesel.

    Ein weiterer Baustein sind die von mir im Beitrag Singapur traut sich was .. vorgestellten Green Parks und die Super Trees rund um die Marian Bay, die allein mehr als 54ha Grünfläche haben, das entspricht der Größe von 72 Fußballfeldern, im Marina Bay Park.

    Und schließlich hat man mit Green Singapore 2050 eine Plattform geschaffen für die junge Generation, die 2050 die Geschicke von Singapur lenken wird. Hier können neue Ideen und Lösungen entwickelt werden, wie Megapolen wie Singapur künftig noch umweltfreundlicher, sauberer und damit auch lebenswerter gestaltet werden können. Dass sich solche Anstrengungen mehrfach auszahlen, sieht man auch an Peking, Shanghai, Bangkok und anderen Megapolen Südostasiens, die an ihren viel zu lange ignorierten Umweltproblemen im wahrsten Sinne zu ersticken drohen.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Das begehbare Gründach auf der Mainau-Comturey

    Also manchmal traut man sich auch in Deutschland was – zumindest was neue Wege in der Dachbegrünung angeht. Und dass es auch ohne Friedenreich Hundertwassers Märchenbauten dabei nicht immer nur nach „Schema F“ geht, hat vor einigen Jahren die Mainau GmbH bewiesen. Seit die jüngere Generation der gräflichen Familie Bernadotte auf der Insel Mainau die Regie übernommen hat, tut sich dort einiges. Seit 4 Jahren gibt es eine Kooperation mit dem Deutschen Dachgärtner Verband DDV mit dem Ziel eine Fachveranstaltung zum Thema Dachbegrünung zu etablieren. Dazu wurde eine Reihe „Gründach-Forum Insel Mainau“ ins Leben gerufen. Und mit dem Neubau der Comturey-Gastronomie wurde ein begehbarer Dachgarten etabliert, der sich über mehrere Bereiche, das Restaurant, Café, Bankettbereich, Kiosk und Biergarten erstreckt. Vom Schlossplatz führt ein Weg langsam ansteigend direkt auf die Dachflächen, wo den Besuch verschiedene Geh- und Sitzbereiche erwarten mit einem herrlichen Panorama-Blick über den Bodensee bis zu den Schweizer Alpengipfeln. Zugleich hat man nie das Gefühl auf einem Dach herumzulaufen, sondern das man sich auf einer natürlichen Anhöhe befindet. Aber wer sich für Dachgärten interessiert, findet hier zahlreiche Anregungen. Und bei mehr als jährlich eine Million Inselbesuchern ist dies natürlich auch eine hervorragende Möglichkeit, die Möglichkeiten einer modernen und trotzdem naturnahen Dachbegrünung publik zu machen. Leider habe ich momentan noch kein Bild zur Verfügung, aber das wird bald nachgeholt – versprochen! Wer sich weiter informieren will, dem empfehle ich den Artikel „Hinterm Horizont – neue Ausblicke entdecken“ (in Dach & GRÜN Heft 4/2014), in welchem das Gründach-Forum Mainau und der Dachpark der Mainau GmbH in Wort und Bild vorgestellt werden.

  10. #10
    Sehr beeindruckend! So etwas habe ich noch nie gesehen. Danke für die Bilder! Grüße Luca

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